Die Geschichte der Letzten Bastion

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Uriens
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Die Geschichte der Letzten Bastion

Beitrag von Uriens »

1. Kapitel

Die Schlacht tobte in vollem Umfang. Dicker, schwarzer Rauch hing über der Stadt, unaufhörlich
gespeist von den unzähligen Bränden welche, die einst prächtige Stadt, seit Tagen Stück für Stück
verzehrten. Sturmwind war das Juwel der Allianz, das nun fast gänzlich in Schutt und Asche gelegt
war, durch eine Schlacht die, das Unvermeidliche nur herauszögern konnte. Denn ein Sieg gegen
diesen Übermächtigen Gegner, das hatten Sie schon vor Beginn der Schlacht gewusst, konnten Sie
nicht erringen. Sie würden Ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen, in diesem aussichtslosen
Gemetzel, und damit vielleicht das Eine oder Andere Leben der Flüchtenden Massen retten. Aber sie
machten sich nichts vor, auch diese würden irgendwann gefunden, getötet oder versklavt werden.
Sie hatten sich in den letzten intakten Teil der Stadt, den Inneren Ring der Burg, ihre Letzte Bastion,
zurückgezogen und bereiteten sich darauf vor dem Feind ein letztes Mal gegenüberzutreten. Es
würde nicht lange dauern, sie alle waren verletzt und erschöpft. Aber fest entschlossen bis zum
letzten zu kämpfen, bis zum letzten Schwerthieb, dem letzten Zauber, dem letzten Schuss, dem
letzten Atemzug Wiederstand zu leisten. Der Lärm der Belagerungsmaschinen, die ohne Pause das
schon stark mitgenommene Tor des inneren Rings bearbeiteten, war eine Symphonie des Schreckens
deren Crescendo kurz vor dem Höhepunkt war.

Das Tor explodierte in einer Wolke aus Rauch, Feuer und Splittern als die Belagerungsmaschinen es
schlussendlich weit über seine Toleranzen belastet hatten. Es war ein Wunder das es überhaupt so
lange standgehalten hatte. Nun ergoss sich der Feind durch die entstandene Öffnung. Sie verließen
ihre Deckung die sie vor dem tödlichen Splitterregen geschützt hatte und stürmten dem Feind
entgegen. FÜR DIE ALLIANZ!!!!! hallte es aus ihren Kehlen während die ersten von ihnen auf den
Gegner trafen. Einen winzigen Augenblick lang schien ihr Ruf alles andere zu übertönen, bevor er
abrupt endete und dem Klang von aufeinandertreffenden Klingen, splitternden Schilden und dem
Gurgeln aus aufgeschlitzten Kehlen wich.

Als die Wogen der Feinde grade über ihnen zusammenzuschlagen drohten passierte etwas, das sich
keiner von Ihnen erklären konnte. Die Bewegungen der Gegner schienen einzufrieren. NEIN, sie
begannen sich fast unmerklich rückwärts zu bewegen. Gleichzeitig merkten sie dass, jeder von ihnen
von einer warmen, leuchtenden Aura umgeben war. Im selben Maße wie sich die Feinde scheinbar
immer schneller Rückwärst bewegten, begann die Aura immer heller zu leuchten. Schließlich strahlte
sie so grell das sie nichts mehr sahen außer einem gleißenden Lichtermeer das jedem von Ihnen die
Sinne raubte…

Fröhliches Vogelgezwitscher drang an seine Ohren und eine leichte Briese streifte sein Gesicht. Seine
Hände fühlten saftiges Graß. Er musste auf dem Boden liegen. Er schreckte hoch. Das war doch nicht
möglich, er war doch eben noch mitten in der Schlacht gewesen. Kurz davor vom Feind überrannt
und getötet zu werden. Das ist es… Er war tot. Es konnte keine andere Erklärung geben. Vorsichtig
öffnete er die Augen und sah sich um nachdem sich seine Augen an das Licht eines wunderschönen
Tages gewöhnt hatten. Er war alleine, nur von Bäumen mit prachtvollen Kronen, Vögeln die Ihr Lied
sangen und einigen anderen Tieren umgeben. Nachdem er aufgestanden war und einige Schritte
getan hatte fühlte er es zum ersten Mal. Dieses Gefühl der Geborgenheit und Gemeinschaft. Als ob
er gleichzeitig alleine und doch in der Gesellschaft seiner Kameraden war. Mit jedem Schritt den er
tat wurde das Gefühl intensiver und er glaubte er können die Stimmen seiner Freunde wahrnehmen.
Aber noch waren Sie undeutlich und nicht zu verstehen.

Nachdem er eine Weile gegangen war tat sich der Wald vor ihm auf und er blieb wie angewurzelt
stehen. Vor ihm erhob sich Sturmwind. In all seiner Pracht stand es vor ihm. Mit seinen starken
Mauern, den Statuen gefallener Helden und dem von Wachen flankierten, riesigen Tor. Er sank auf
die Knie und Tränen flossen seine Wangen herab. Er war völlig überwältigt von seinen Gefühlen.
Doch dann meldete sich sein Verstand und fing an Fragen zu stellen. Wie kann das sein, wie kommt
er hier hin und wo sind seine Kameraden. Außerdem fielen ihm Veränderungen an der Stadt auf. Es
war zwar Sturmwind, aber nicht sowie er es kannte… Er wandelte durch die Straßen und ihm wurde
klar, dass dieses Sturmwind in seinen Ausmaßen deutlich kleiner war. Auch gab es keinen Hafen und
keine Botschaft neben der Burg. Es war das Sturmwind das er aus den Geschichtsbüchern kannte. Er
versuchte noch all dies zu verarbeiten und zu verstehen als sich die Stimmen in seinem Kopf wieder
meldeten. Dieses Mal waren sie klar und deutlich. Es waren die Stimmen seiner Kameraden. Und
scheinbar konnten sie Ihn auch hören, denn als er sich im Geiste fragte wo sie wohl seien
verstummten die Stimmen kurz, nur um dann einzeln und geordnet zu Antworten:
Teldrasil…Elwynn…Teldrasil…Eisenschmiede…Elwynn……… Sie waren alle da!!!

Und plötzlich begriff er. Es war als hätte ihm jemand oder etwas die Lösung für ein Rätsel verraten
das, er schon seit Ewigkeiten verzweifelt versucht zu lösen. Aus für ihn unerklärlichen Gründen
hatten Sie eine zweite Chance erhalten. Er würde seine Getreuen suchen und um sich scharen.
Diesmal würden besser vorbereitet sein, noch härter Kämpfen und nicht zurückweichen um das
Schicksal zu ändern.

Dieses Mal würde die Letzte Bastion nicht fallen…
Zuletzt geändert von Uriens am Do Jun 18, 2020 2:48 pm, insgesamt 1-mal geändert.
"Du verstehst doch?! Wenn irgendwas passiert,irgend etwas, dein Fehler, mein Fehler, selbst wenn kein Fehler passiert.
Das macht nichts, ich leg dich sofort um! So einfach ist das! Egal was sonst noch passiert, egal wer sonst noch drauf geht, Dich leg ich auf jeden Fall um!!"

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Uriens
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Re: Die Geschichte der Letzten Bastion

Beitrag von Uriens »

2. Kapitel

Es war nun einen Tag her das er und, so nahm er an, auch seine Kameraden von diesem
wundervollen und warmen Licht vor dem sicheren Tod gerettet worden waren. Anfangs war er sich
nicht sicher gewesen ob er der Einzige war dem dieses Seltsame Ereignis wiederfahren war. Doch
dann hörte er die Stimmen seiner Kameraden in seinem Geiste. Einige waren gut zu verstehen,
andere sehr leise, als ob sie ungeheuer weit weg wären. Eine unglaubliche Erleichterung hatte sich in
Ihm ausgebreitet und mit der Gewissheit nicht der Einzige zu sein, hatte Uriens seinen Schild und sein
Schwert gepackt und war aufgebrochen seine Kameraden zu finden.
Es hatte eine Weile gedauert bis er sich orientiert hatte, da er nur nach und nach auf markante
Stellen getroffen war, mit deren Hilfe er seine Position bestimmen konnte. Mittlerweile war er sich
relativ sicher wo er sich befand. Es musste der Südliche Teil des Totenwind-Passes sein. Alles sah
anders aus als er es in Erinnerung hatte, auch der mächtige Turm von Karazhan, der seine Umrisse
gegen den Horizont in der Ferne abzeichnete. Er war kurz davor endlich am oberen Ende des
Bergkamms anzukommen hinter dem er, wenn er sich nicht irrte, die Grenze zum Dämmerwald
sehen würde. Nach weiteren fünf Schritten stellte er mit einiger Genugtuung aber auch
Erleichterung fest, dass er Recht hatte und ihn sein Orientierungssinn nicht getäuscht hatte. Der
Anblick war atemberaubend wie die untergehende Sonne, welche scheinbar direkt im sich bis zum
Horizont ersteckenden, undurchdringlichen Blätterdach des Dämmerwaldes zu versinken schien und
dabei die Blätter der Bäume in allen Farben funkeln ließ. Die Richtung stimmte also. Aber heute
würde er keinen Schritt mehr weiter gehen. Er war erschöpft, durstig und hungrig. Sein ganzer
Körper schmerzte von den Strapazen der Schlacht. Zumindest hatten die unzähligen kleinen Schnitte
und Wunden aufgehört zu bluten. Es machte ohnehin keinen Sinn sich bei Nacht durch den
Dämmerwald zu schlagen dachte er. Doch nur um sich selbst zu beruhigen. Denn ob bei Tage oder
bei Nacht, im Dämmerwald war es immer gleich dunkel…

Die ersten Sonnenstrahlen tanzten über die Wipfel der Bäume als Uriens seine Augen wieder öffnete.
Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis er den Rest seines, von der Kälte der Nacht steifen, Körpers
wieder einigermaßen bewegen konnte. Nachdem er sich aus der kleinen Felsspalte, in der er Zuflucht
gesucht hatte, geschält hatte, begann er mit dem Abstieg zum Rand des Dämmerwaldes. Als er
unmittelbar am Rand des Waldes stand verspürte er ein leichtes Unbehagen. Wiederwillig setzte er
den ersten Fuß in den Wald. Und noch einen Schritt und noch einen. Bereits nach diesen Wenigen
Metern umgab ihn die eigentümliche Finsternis dieses heimtückischen Waldes. Er versuchte die
Gedanken an die Schrecken und Kreaturen die hier Hausten zu verdrängen. Langsam aber stetig
setzte er einen Fuß vor den Anderen und ging immer weiter vorwärts. Denn das war die einzige
Richtung die es für ihn gab. Den Wald zu umgehen war in seiner Körperlichen Verfassung keine
Option. Zu lang wäre der Weg zu Wasser und Nahrung. Und ein Heiler wäre vielleicht auch nicht
schlecht dachte Uriens und erwischte sich dabei wie sich sein Mund zu einem leichten Grinsen
verzog. Das erste Mal seit…wie lange? Er konnte sich nicht erinnern. Dann wurde er jäh von einem
Knacken aus dem Unterholz aus seinen Gedanken gerissen. Verdammt! Schoss es durch seinen Kopf.
Wie konntest du nur so nachlässig in Gedanken schwelgen, hier, jetzt, an diesem von den Göttern
verlassenen Ort. Er blieb stehen, ging langsam in die Hocke, und schaute sich um. Nichts war zu
sehen, aber was ihm mehr Sorgen bereitete war das auch nichts zu hören war. Denn bis jetzt war um
ihn herum immer die Geräuschkulisse des Waldes zu hören gewesen. Aber jetzt war es einfach nur
still. Irgendjemand oder Irgendetwas war in der Nähe. Vorsichtig und geduckt versuchte er weiter zu
schleichen.

Seinen Schild und das Schwert hatte er, ohne dieses bewusst miterlebt zu haben, schon längst
Kampfbereit in den Händen. KNACK! Uriens fuhr herum wobei er fast das Gleichgewicht verloren
hätte. Doch es war nichts zu sehen. Irgendwie musste er Es, was immer es auch war, aus der Deckung
locken. Denn so würde es Ihn erreichen ohne das er eine Chance hatte es zu entdecken. Er überlegte
kurz, schüttelte im Geiste seinen Kopf, stand auf und rannte los. So schnell er konnte und sich dabei
ständig umsehend hetzte Uriens durch den Wald. Und er musste nicht lange rennen, er war vielleicht
50 Meter weit gekommen, da erblickte er aus den Augenwickeln die Kreatur die ihm nachstellte. Ein
ausgewachsener Terrorwolf brach aus dem Dickicht rechts hinter ihm hervor. Es war nur eine Frage
von Augenblicken bis ihn die riesige Kreatur würde eingeholt haben. Er drehte den Kopf wieder nach
vorne und sah im letzten Moment bevor der Terrorwolf aus seinem Blickfeld verschwand das er zum
Sprung ansetzte. Instinktiv stieß sich auch Uriens vom Boden ab, drehte sich in der Luft und riss den
Schild, fast schon waagerecht in der Luft liegend, vor den Oberkörper. Der Wolf raste durch die Luft
direkt auf Ihn zu, sein Maul weit aufgerissen, bereit alles zu zermalmen was er damit zu fassen
bekam. Uriens musste den Wolf so lange wie möglich fest im Blick halten, den sein Timing würde
darüber entscheiden ob er das hier überlebte oder nicht. Dann war es soweit. Er spürte die erste
Berührung des Wolfes an seinem Schild, ein halber Meter vielleicht noch bis dieses riesige,
reißzahnbestückte Maul seinen Schädel zerquetschen würde wie ein überreife Tomate. Uriens hob
das Schwert und stach mit aller ihm zur Verfügung stehenden Kraft von der Seite zu. Die Klinge seines
Schwertes stieß auf Wiederstand, doch sein Arm trieb sie gnadenlos immer tiefer in den Körper des
Wolfes, welcher augenblicklich den Kopf in den Nacken warf und ein ohrenbetäubendes Gejaule
ausstieß. Dann schlugen Beide hart auf dem Boden auf. Das Gewicht des Terrorwolfes presste die
Luft aus Uriens Lungen. Mit Mühe und Not schaffte er es den Wolf zur Seite zu drücken. Sofort nahm
er einen Tiefen Atemzug und versuchte sich aufzurappeln. Als er Stand sah er von oben auf die
getötete Kreatur herab. Mit einem schmatzenden Geräusch zog er sein Schwert aus der Flanke des
Wolfes. Blut und Eingeweide folgten der Klinge und platschten auf den Boden. Einige der Wunden an
seinem Körper waren durch den Kampf wieder aufgerissen und er fühlte das warme Blut auf seiner
Haut. Er überlegte an Ort und Stelle eine kurze Rast einzulegen, wurde aber durch das Heulen von
mindestens zwei weiteren Wölfen in einiger Entfernung jäh aus diesen Gedanken gerissen. Es sah
sich hastig um, nichts zu sehen. Dann rannte er los, seine Waffe und den Schild fest im Griff. Immer
wieder peitschten Äste und Gestrüpp gegen seine Arme, Beine und sein Gesicht.
Seine einzige Chance war einen Unterschlupf zu finden den er gegen diese Biester verteidigen
konnte, denn ein Entkommen war unmöglich, das wusste er. Die Wölfe würden ihn überall finden,
denn seine blutenden Wunden legten eine erstklassige Fährte. Lange würde er sich nicht mehr vor
den Wölfen halten können. Seine Kräfte schwanden, die Beine wurden immer schwerer und sein
Atem war nur mehr ein keuchen. Er könnte schon das Getrappel Ihrer Klauen hinter sich hören. Aber
er stolperte weiter vorwärts. Bald würde er ihren Atem in seinem Nacken spüren. Eine Wand aus
dichtem Gestrüpp tauchte vor ihm auf. Uriens hob den Schild und warf sich mit aller Wucht gegen
das Buschwerk. Zu seiner Überraschung leistete das Gestrüpp deutlich weniger Wiederstand als
erwartet und er stürzte hindurch. Auf der anderen Seite rollte er einen kleinen Hang hinunter. Etwas
benommen kam er wieder auf die Beine, Er war auf so etwas wie einer kleinen Plantage gelandet.
Ruckartig drehte er sich in die Richtung aus der er gekommen war in der Erwartung das die
Terrorwölfe jede Sekunde durch das Dickicht gesprungen kamen. Endlose Sekunden vergingen. Aber
seltsamer Weise schienen sie ihm nicht zu folgen. Nachdem er noch einen Moment gewartet hatte
um wirklich sicher zu sein das sie ihm nicht folgten, drehte er sich wieder Richtung Plantage.
Dann traf ihn Ohne Vorwarnung etwas sehr hartes, mit der gefühlten Wucht eines Rammbocks,
gegen die Brust und streckte ihn augenblicklich zu Boden. In den ersten Sekunden nach diesem
brutalen Treffer nahm er seine Umwelt nur noch verschwommen wahr. Knurrende und gutturale
Laute drangen in seine Ohren. Plötzlich tauchte über ihm ein großer schwarzer Schatten auf. Sein
Blick klarte langsam auf und er erkannte die hassverzerrte Fratze eines Worgen. Deshalb waren ihm
die Wölfe nicht gefolgt. Und diese Art von Worgen war niemals alleine. Er versuchte sich ein Bild
seiner Lage zu machen in dem er fast unmerklich den Kopf etwas anhob und die Augen über das
Gelände streifen ließ. Dabei fiel ihm auf das sein Schild nicht mehr da war. Er musste ihn beim Angriff
des Worgen verloren haben. In einiger Entfernung nahm er noch zwei weitere Worgen wahr. Er war
verloren. Einer der beiden anderen Worgen hatte seine, wenn auch minimale Bewegung registriert,
und signalisierte dies mit einem Knurren an seinen Kumpanen der neben ihm stand. Ohne Zeit zu
verlieren ließ dieser seine mächtigen klauen auf Uriens herabsausen. Er rollte sich zur Seit und
schaffte es auf ein Knie zu kommen. Der Worgen stürzte ihm entgegen und auch die anderen beiden
hatten sich in Bewegung gesetzt. „Ja komm nur her du Mistvieh!“ schrie er und hob das Schwert,
denn das hatte noch, mit beiden Händen so, dass der Worgen sich direkt hineinstürzte. Er hatte das
Gefühl das seine Klinge regelrecht mit dem Körper der Kreatur verschmolz, und dieser ihm damit das
Schwert im Sturz aus den Händen riss. Seine Kumpanen hatten ihn so wie erreicht.
Aus… Schluss… Vorbei…

Ein heftiger Einschlag brachte den einen Worgen der Uriens erreicht hatte aus dem Gleichgewicht
und seine Bewegung schien nun deutlich verlangsamt. Aber er versuchte es weiter während sein
Begleiter abdrehte und in eine andere Richtung lief. Er schaute in diese Richtung und sah ein
weiteres blauweiß leuchtendes Geschoss auf den schon verletzten Worgen zurasen. Ein zweiter
Treffer würde das Mistvieh ohne Zweifel zur Hölle schicken dachte er. Und so war es auch. Der
Treffer schleuderte den Körper einige Meter durch die Luft und überzog das Fell mit einer feinen
Schicht Raureif. Aber das hatte Uriens nicht mehr gesehen. Er hielt Ausschau nach dem Ursprung, auf
den der letzte Worgen zweifellos nun zustürmte. „MAAARIII !“ schrie Uriens aus vollen Lungen und
mit bebender Stimme und konnte nicht glauben das er sie wirklich dort stehen sah. Während der
verbliebende Worgen auf sie zustürmte. Mari hob ihren rechten Arm leicht an und machte eine
süffisante Geste mit der Hand, worauf der Sturmlauf der Kreatur unmittelbar zum Stillstand kam.
Bläulich schimmernde Eiskristalle hielten Sie an Ort und Stelle fest. „Das ist dein Ende, Mistvieh“
flüsterte Uriens zu sich selbst und begann damit zu versuchen sein Schwert aus dem Körper des
Worgen zu befreien. Nach einigen Augenblicken jedoch, die vergingen ohne das er einen weiteren
Treffer am Worgen vernahm, sah er sich zu Mari um. Sie war auf die Knie gesunken, scheinbar nicht
in Lage noch einen weiteren Zauber zu wirken. Sein Blick wechselte hastig zwischen dem Worgen und
Mari hin und her. Lange würde ihn das Eis nicht mehr halten können. „Mari steh auf!“ schrie er zu ihr
rüber während er wie ein besessener an seinem Schwert zog. Doch Mari reagierte nur mit einer
kopfschüttelden Geste und hob einen Arm in seine Richtung. Das Schwert rührte sich nicht und er
sah sich nach einer Alternative um. Da lag sein Schild. Uriens ließ von seinem Schwert ab und rannte
zu seinem Schild. Er nahm ihn auf und legte ihn an ohne seine Bewegung zu unterbrechen. Das Eis
zeigte erste Risse. Eine unbändige Wut war in ihm aufgestiegen und ließ ihn seine Verletzungen und
Schmerzen für den Augenblick vergessen. Er schoss wie ein Berserker auf Mari zu. Er musste das
Mistvieh abfangen bevor er Mari erreichen konnte. Das Eis gab krachend nach und der Worgen
stürmte weiter auf sie zu. Uriens mobilisierte alles an Kraft und Energie was noch in seinem Körper
steckte.

Knapp einen Meter von Mari entfernt krachte er mit erhobenem Schild voraus seitlich in den Worgen.
Beide wurden beim Aufprall zu Boden gerissen. Aber Uriens rappelte sich sofort wieder auf, während
der Worgen noch leicht benommen auf dem Boden lag. Er war im Rausch und nichts und niemand
konnte ihn jetzt noch davon abhalten auch dieses Mistvieh umzubringen. Er sprang auf den Worgen,
nahm den Schild in beide Hände und schlug auf den Schädel der Kreatur ein, immer und immer
wieder ließ er den massiven Schild herabsausen, bis nur noch eine blutige Masse davon zeugte das
diese Kreatur mal einen Kopf besessen hatte.

Uriens ließ den Schild fallen und wandte sich Mari zu.
"Du verstehst doch?! Wenn irgendwas passiert,irgend etwas, dein Fehler, mein Fehler, selbst wenn kein Fehler passiert.
Das macht nichts, ich leg dich sofort um! So einfach ist das! Egal was sonst noch passiert, egal wer sonst noch drauf geht, Dich leg ich auf jeden Fall um!!"

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Uriens
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Re: Die Geschichte der Letzten Bastion

Beitrag von Uriens »

3. Kapitel

Der gestrige Tag in und um Sturmwind war unspektakulär, aber dennoch ereignisreich verlaufen. So
hatte Baphomet die erste Zeit damit verbracht sich einen Unterschlupf zu suchen. Dabei war ihm die
Tatsache zu Gute gekommen das er sich an ein altes, heruntergekommenes und leerstehendes Haus
mit einem sehr versteckten Eingang im Magieviertel der Stadt erinnerte. Heruntergekommen und
leerstehend zumindest in der Stadt die er als Sturmwind kannte. Hier in diesem Sturmwind konnte
das natürlich gänzlich anders sein. Er war eine Weile durch das Magieviertel, welches der mit
Abstand ruhigste von allen Stadteilen war, geschlendert mit der Absicht festzustellen ob das besagte
Haus auch im Hier und Jetzt als Unterschlupf zu dienen vermochte. Vorsichtig hatte er sich immer
näher an sein Ziel herangearbeitet. Es war jetzt nicht mehr weit. Die enge Gasse, kaum breiter als ein
Kräftiger Mann, welche eigentlich immer im Schatten eines benachbarten hohen Gebäudes lag war
nur noch wenige Schritte entfernt. Noch einmal schaute er sich unauffällig um und war im nächsten
Moment in dem Schmalen Spalt, der die Bezeichnung Gasse eigentlich nicht verdiente,
verschwunden.

Ein Lächeln huschte über Baphomets Gesicht als er die leicht schief im Rahmen hängende Türe sah.
Es schien als sei das Glück ihm hold und auch hier war dieses Haus schon verlassen. Er gab der Tür
einen Stoß. Staub rieselte herab und sie schwang mit einem protestierenden quietschen der
Scharniere nach innen auf. Sein Blick fiel in einen dunklen Raum, den scheinbar seit langer Zeit
niemand mehr betreten hatte. Er hob seine rechte Hand und drehte die Handfläche nach oben. Aus
dem nichts erschien ein leuchtender Orb, der knapp über der Hand des Hexenmeisters schwebte,
und den Raum in ein gespenstisches grünes Licht tauchte. Um es hier einigermaßen wohnlich zu
machen würde es einigen Aufwand benötigen sprach er in seinen Gedanken mit sich selbst, als er
sich durch die Räume bewegte und seinen Blick umherwandern ließ. Aber die Gewissheit das er
diesen Aufwand nicht selbst betreiben würde müssen, huschte ein weiteres Lächeln über sein
Gesicht. Im nächsten Moment führte er mit seiner linken Hand seltsam anmutende Bewegungen
durch und flüsterte dabei, für das ungeschulte Ohr, unverständliche Worte. Einige lila Funken lösten
sich aus der Hand, welche immer noch die seltsam rhythmischen Bewegungen ausführte, und
sammelten sich in ca. zwei Metern Entfernung kurz über dem Boden. Abrupt stoppte er die
Handbewegung als sich die Funken zu einem leuchtenden Ball vereinigt hatten. Mit einem kurzen
Aufblitzen verschwand der leuchtende Ball und an seiner Stelle stand nun die kleine, teuflisch
aussehende Gestalt eines Wichtels. „Bring dieses Chaos hier drin in Ordnung“ herrschte er den
Wichtel an, welcher sich nach einer untertänigen Geste auch sofort an die Arbeit machte. „Wenn ich
zurück bin dann…“ Baphomet unterbrach sich selbst. Er spürte das jemand den er kannte in die Stadt
gekommen war. Ohne zu zögern oder dem Wichtel weiter Beachtung zu schenken machte er sich auf
den Weg in den Straßen und Gassen von Sturmwind nach seinem Freund zu suchen.
Aradrion war, immer noch beeindruckt von den Geschehnissen und dem unzerstörten Sturmwind,
durch die Straßen der Stadt geschlendert und nun auf dem großen Platz vor der Kathedrale
angekommen. In Mitten all der anderen Bürger bestaunte der Nachtelf die prunkvolle Fassade des
heiligen Bauwerks als sich eine Hand auf seine Schulter legte. Er fuhr herum bereit es mit jedem und
allem aufzunehmen. Doch dann schaute er in das vertraute Gesicht von Baphomet. Nach einem
Augenblick der Starre umarmten sich die Freunde, beide glücklich ein bekanntes Gesicht zu sehen.
„Was ist hier los?“ brach es aus Aradrion heraus. „Das kann ich dir nicht sagen mein Freund.“ „Aber
wie es scheint haben wir eine zweite Chance erhalten“ „Wer ist noch hier?“ „Wo sind die Anderen?“
fragte Aradrion. „Du bist der erste den ich gefunden habe Aradrion“ „Aber ich weiß dass die anderen
auch hier sind.“ „Wir müssen Sie nur finden, und zum Glück bist du nun da um mir dabei zu helfen“
Sich aufgeregt unterhaltend gingen die beiden Freunde zu dem versteckten Haus das Baphomet als
Unterschlupf ausgewählt hatte. Der Wichtel hatte bereits ganze Arbeit geleistet als die beiden dort
eintrafen und dem heruntergekommenen Haus im inneren eine wohnliche Atmosphäre verpasst.
Nachdem Sie noch eine Weile über das geschehene gesprochen und sich gestärkt hatten, sagte
Baphomet schließlich. „Ich möchte dass du die Gebiete um Sturmwind durchstreifst und nach
unseren Freunden und Kameraden Ausschau hältst.“ Aradrion nickte zustimmend „Ich wüsste nicht
wer das besser und unauffälliger bewerkstelligen könnte als du mein Freund“ „Alle die du findest
schicke hier her,“ „Ich werde von hier aus alles in meiner Macht stehende tun um unsere Leute
aufzuspüren“ „Nichts lieber als das“ entgegnete Aradrion als er sich erhob und Richtung Tür ging.
„Wenn einige von Ihnen in der Nähe sind werde ich Sie finden“ Mit diesen Worten verschwand der
Druide aus der Türe.

Nachdem er noch eine Weile durch Sturmwind geschlendert, aber niemanden gefunden hatte den er
kannte, war Aradrion durch das mächtige Stadttor, von dem er immer gedacht hatte dass es jedem
Angriff standhalten würde, in den Wald von Elwynn gegangen. Es dämmerte bereits und als er die
unmittelbare Sichtweite der Wachen verlassen hatte verließ er den Weg Richtung Goldhain um im
Gebüsch zu verschwinden. Nur Sekunden später blinzelten die scharfen Augen einer dunklen großen
Säbelzahnkatze durch die die Dämmerung. Auf seinem Weg schweifte er immer wieder weit vom
Weg ab um ein möglichst großes Gebiet abzudecken. Verlor dabei nie sein Ziel, den kleinen Ort
Goldhain, aus den Augen, den er dann auch bei Einbruch der Dunkelheit erreichte. Es war schon
ruhig geworden in dem kleinen Ort mitten im Wald von Elwynn. Nur aus dem Gasthaus drangen noch
gedämpfte Stimmen und das Klirren der Gläser nach Draußen. Die in der Dunkelheit noch
bedrohlicher wirkende Silhouette der großen Katze, deren Gestallt Aradrion angenommen hatte,
bewegte sich lautlos in die Nähe Gasthaustür. Dann verwandelte er sich zurück. Er musste nur noch
um die Hausecke biegen, dann würde er direkt im Eingang des Gasthauses stehen.
Kaum war er um die Ecke gebogen stieß er mit einer Person zusammen die im Begriff war das
Gasthaus zu verlassen. Er wollte schon einen Fluch zum Besten geben als er in das Gesicht einer
Nachtelfe sah, das er nur zu gut kannte. Es war das Gesicht von Ellyzsra der Priesterin. Sich
gegenüberstehend sahen sie sich an ohne ein Wort zu sagen. Aber das war auch nicht nötig. Nach
diesem kurzen Moment des Wiedersehens umarmten sie sich und betraten dann das Gasthaus. Sie
unterhielten sich noch lange über die Dinge die geschehen waren und Aradrion erzählte ihr von
Baphomet, der in Sturmwind einen ersten Unterschlupf eingerichtet hatte. Bei Tagesanbruch würde
Ellyzsra nach Sturmwind aufbrechen und Aradrion würde sich zum Dämmerwald aufmachen. In der
Zeit in der er sich mit Ellyzsra unterhalten hatte war diese Entscheidung in ihm hochgekommen.
Wobei er daran zweifelte, dass es wirklich seine eigene Entscheidung war. Aber er würde diesem Ruf
folgen.
"Du verstehst doch?! Wenn irgendwas passiert,irgend etwas, dein Fehler, mein Fehler, selbst wenn kein Fehler passiert.
Das macht nichts, ich leg dich sofort um! So einfach ist das! Egal was sonst noch passiert, egal wer sonst noch drauf geht, Dich leg ich auf jeden Fall um!!"

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Uriens
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Re: Die Geschichte der Letzten Bastion

Beitrag von Uriens »

4. Kapitel

Uriens schaute auf, die zitternd am Boden liegende, Mari. Ihr Körper krampfte und rötlich-brauner
Schaum quoll aus ihrem Mund. Was war ihr nur zugestoßen dachte er. Denn diese Frage hatte er
sich, in dem Bewusstsein das er von ihr in diesem Zustand keine Antwort erhalten würde gespart.
Doch das Knurren und Jaulen eines dem Anschein nach ganzen Worgenrudels riss ihn aus seinen
Gedanken. Er sah sich hastig um damit ihm seine Augen einen Anhaltspunkt liefern mögen von wo
die Worgen sich näherten, denn seine Ohren vernahmen das Jaulen und Knurren aus allen
Richtungen. Die ersten Worgen brachen aus dem Unterholz hervor als Uriens erneut zu Mari
hinunter schaute. Sie röchelte und ihre Augen begannen sich langsam zu verfärben. Sein Blick
wechselte mehrfach zwischen den Worgen und Mari hin und her. In seinem Zustand war es nicht
sehr wahrscheinlich, nein unmöglich tönte seine innere Stimme der Vernunft, dass er es schaffen
könnte Sie beide zu retten. Es würde schon an ein kleines Wunder grenzen wenn er sich selbst retten
konnte. Er musste eine Entscheidung treffen und die Zeit dafür war abgelaufen…

Aradrion spürte das er seinem Ziel im Dämmerwald, was das auch sein mochte, immer näher kam. Er
war schon eine Weile im Dämmerwald in seiner Katzengestallt herumgeschlichen. Immer irgendwie
von einem inneren Drang gelenkt mal in diese und dann wieder in eine andere Richtung zu laufen. Bis
er auf ein Rudel Worgen gestoßen war, das er kurz beobachtet hatte. Als er sich schon wieder auf
den Weg machen wollte um den Wald weiter zu durchstreifen sah er, dass ein weiterer Worgen zu
den anderen gestoßen war. Hektik breitete sich unter den Kreaturen aus. Lautes Gebrüll und Geheul
setzte ein und die Meute setzte sich in Bewegung. Aradrion entschied sich den Worgen zu folgen,
obwohl das eigentlich nichts mit der Aufgabe nach seinen Freunden und Kameraden zu suchen zu tun
hatte. Aber da war wieder dieser innere Drang der in dazu bewegte es dennoch zu tun. Also folgte er
den immer wilder werdenden Worgen ohne dabei jemals Gefahr zu laufen von diesen hirnlosen und
primitiven Bestien entdeckt zu werden. Zum einen waren Sie viel zu sehr auf ihr Ziel fokussiert zum
anderen wären ihre Sinne, auch ohne diese Ablenkung, nicht in der Lage seinen Schleichkünsten das
Wasser zu reichen. Nach einer kurzen Zeit tat sich vor ihm das Dickicht auf und gab den Blick auf die
Felder einer Plantage frei. Von allen Seiten brachen die Worgen aus dem Unterholz hervor und
stürmten auf die Plantage. Sein Blick folgte der Richtung in welche die Kreaturen stürmten. Dann sah
er sie. Zwei Gestalten. Eine lag auf dem Boden und die Andere auf ein Knie gestützt leicht über sie
gebeugt mit ihren Blicken ständig zwischen der Gestalt am Boden und den anstürmenden Worgen
wechselnd. Bei einem dieser Wechsel konnte er einen Blick auf das Gesicht der knienden Gestalt
werfen. Es war nur eine Sekunde, aber für seine Katzenaugen mehr als ausreichend Zeit um seinen
Freund Uriens zu erkennen. Und in diesem Moment wusste er auch was seinem Kopf vorging. Er rang
mit sich selbst, wohl wissend das eine Flucht mit der am Boden liegenden Gestalt unmöglich war, ob
er diese zurücklassen sollte um sich selbst zu retten. Aradrion wusste welche Entscheidung sein
Freund treffen würde. Seine Muskeln spanten sich und ließen den geschmeidigen Katzenkörper mit
unglaublicher Geschwindigkeit nach vorne preschen. Er würde die Beiden vor den Worgen erreichen
können, knapp, aber ausreichend um seinen Freund zu retten. Er war bis auf wenige Meter an Uriens
herangekommen, als er plötzlich eine der Kreaturen erblickte die mindestens zeitgleich mit ihm bei
seinem Freund eintreffen würde. Ohne weiter zu überlegen setzte er zu einem Gewaltigen Sprung
an. Sein Fell begann die dunkle Farbe zu verlieren und nahm stattdessen eine bräunliche Färbung an,
während seine Gestalt sich in die eines riesenhaften Bären verwandelte.

Uriens sah den Worgen mit seinem weit aufgerissen Maul unmittelbar vor sich. Er bereute es nicht
den Bruchteil einer Sekunde dass er Mari nicht im Stich gelassen hatte. Auch wenn das sein Ende
bedeutete. Denn das Machte ihre Gemeinschaft aus: Vertrauen, Loyalität und der unerschütterliche
Glaube an ihre Sache, die Allianz vor allen Bedrohungen zu schützen. Er fokussierte der Kreatur mit
festem Blick als er im Augenwinkel einen riesigen Schatten heranfliegen sah. Uriens schreckte zurück
und im nächsten Moment erkannte er einen gewaltigen Bären, welcher mit einer seiner mächtigen,
mit scharfen Krallen bewehrten, Pranken durch den Brustkorb des Worgen pflügte als würde er dabei
auf keinerlei Wiederstand treffen. Organe und Gedärme fielen aus dem nun weit geöffneten Körper
und machten Geräusche wie nasse Putzlappen die auf den Boden fallen, als sie begannen den Boden
zu bedecken. Dann war der Bär auch schon gelandet und drehte sich mit, für seine Größe,
beachtlicher Geschwindigkeit in seine Richtung. Dabei ließ er eine seiner mächtigen Pranken wie
einen Morgenstern kreisen und traf damit einen weiteren Worgen so hart am Kopf das sich dieser
unter lautem Krachen der Wirbelsäule um fast 270 Grad drehte. Die Worgen waren sichtlich
beeindruckt und hielten für den Moment inne. Uriens brauchte einen Moment um mit der neuen
Situation umzugehen. Dann schaute ihm der Bär direkt in die Augen und erkannte wer da vor ihm
stand. „Aradrion“ stieß es aus ihm hervor. Er machte einen Satz auf Mari zu um sie zu greifen, da sah
er wie der Bär den Kopf schüttelte. Sein Freund hatte Recht. Sie hatte aufgehört sich zu bewegen und
er wusste nicht einmal ob sie noch lebte. „Es tut mir leid“ flüsterte er. Dann sprang er auf den Bären
und krallte seine Finger in dessen Fell.
Aradrion lief los und rammte dabei einige Worgen aus dem Weg die versuchten ihm den Weg zu
versperren. Eine der Kreaturen stolperte bei dem Versuch sich Aradrion in den Weg zu stellen und
fiel der Länge nach vor seine Pranken. Mit einem Krachen, welches an das knacken einer Nuss
erinnerte, barst der Schädel des am Boden liegenden Worgen als sich Aradrion wuchtig mit einer
seiner Pranken von diesem abstieß. Ein leises Schmatzen begleitete die nächsten Schritte des Bären.
Keiner von beiden drehte sich um als sie hörten wie Fleisch in Stücke gerissen wurde und Knochen
splitterten. Aber Aradrion spürte förmlich die Last die seinen Freund zu erdrücken schien. Dunkelhain
war nicht mehr weit und dort würden sie erstmal in Sicherheit sein bevor sie weiter nach Sturmwind
reisen würden.

Was sie nicht wussten war, dass diese ganze Szene noch von einem weiteren Paar Augen beobachtet
wurde. Und was diese Augen sahen war nichts Gutes. Nachdem Die Worgen die Verfoglung des
Bären aufgegeben hatten kehrten sie zu der Boden liegenden Magierin zurück. Mit gebleckten
Reißzahnen und Sabberfäden die aus ihren Mäulern hingen näherten sie sich der reglosen Mari.
Dann blieben die Kreaturen stehen und in, die grade noch leblose, Mari kehrte Leben zurück.
Während sich der Körper der Magierin wie an unsichtbaren Fäden aufrichtete schien sich das Innere
der Worgen unter unbeschreiblichen Lauten und Geräuschen nach außen zu kehren. Einzig der Klang
der splitternden Knochen kam Ihm bekannt vor. Er starrte wie gebannt auf das grausame Schauspiel,
das vor seinen Augen dem Höhepunkt entgegen steuerte. Die, mit dem Rücken zu Ihm gewandte,
Schwebende Gestallt stieg empor und begann sich dabei langsam um Längsachse zu drehen.
Gleichzeitig schien eine unsichtbare Kraft an den blutigen Fleischmassen, welche einst Worgen
waren, zu zerren. Ohne es zu merken war er einen Schritt zurückgewichen. Die Gestalt drehte sich
weiter und nun sah er das zu einer dämonischen Fratze entstellte Gesicht. Die Augen schienen zwei
tiefe, schwarze Löcher zu sein, die Haut hing in Fäden und kleinen Lappen herunter und entblößte
das wie von Maden zerfressene Fleisch darunter und aud dem Mund quoll bräunlich roter Schaum
zwischen langen spitzen Zähnen hervor. Dennoch erkannte er das Gesicht. Dann plötzlich schienen
sich ihre Blicke zu treffen. Bömms erstarrte. Sieht sie mich wirklich an? Dachte er. Das ist doch
unmöglich. Er war von seinen schurkischen Fähigkeiten absolut überzeugt. Zu weiteren Gedanken
kam er nicht, denn die eben noch schwarzen Augenlöcher begannen rot zu leuchten und die
unsichtbare Kraft zerfetzte die Fleischmassen in kleine Stücke, welche sich zunächst zu einem Wirbel
vereinigten, nur um dann in einem gebündelten Strahl direkt im dämonischen Schlund dieses Wesens
zu verschwinden. Bömms traute seinen Augen nicht. Das eben noch Verfallene Antlitz war nun
vollständig wieder hergestellt. Das bedeutet nichts Gutes, ich sollte hier besser verschwinden. Schoss
es ihm durch den Kopf. Er spürte dass sich nicht nur das Äußere dieses Wesens wieder hergestellt
hatte, er fühlte eine unglaubliche Macht die von ihm ausstrahlte. Er war sich seiner nun nicht mehr
so sicher. Und in der Tat drehte sich der Kopf des Wesens zielsicher in seine Richtung. Er wollte nicht
abwarten was als nächstes passieren würde. Er lief los. Sein Körper und Geist funktionieren so
präzise wie ein Uhrwerk. Denn als Schurke wusste er besser wie alle anderen wie man seinen Arsch
aus einer brenzligen Situation rettet. Trotz der Schnelligkeit mit der er sich bewegte verursachte er
keine Geräusche. Dennoch schien ihm das Wesen problemlos mit seinen Blicken folgen zu können.
Dann hob es die Arme in seine Richtung und wie aus dem nichts entstanden eiszapfenförmige
Geschosse die aber im Gegensatz zu Eis dunkel, ja beinahe schwarz waren. Sie flogen auf ihn zu
während er versuchte den Abstand zwischen sich und dem Wesen schnell größer werden zu lassen.
An allen Seiten zischten sie an ihm vorbei und er hatte es nur seiner elitären Schurkenausbildung zu
verdanken, dass ihn noch keines dieser Geschosse getroffen hatte. Doch als er sich schon fast in
Sicherheit wähnte geschah es doch. Eines der Geschosse traf ihn knapp unterhalt der Schulter im
Rücken, durchschlug seine Rüstung und drang einige Zentimeter in sein Fleisch, wo es stecken blieb.
Ein rasender Schmerz breitete sich von der getroffenen Stelle über seinen Körper aus. Aber mit
seiner antrainierten körperlichen und geistigen Disziplin hielt er seinen Körper am Laufen. Für einen
Außenstehen musste es wirken als ob er nicht einmal gemerkt hatte, dass er getroffen worden war.
Dann konzentrierte sich Bömms darauf zu „verschwinden“. Eine Fähigkeit die ihm schon mehr als
einmal das Leben gerettet hatte. Und im nächsten Moment schien er mit der Umgebung zu
verschmelzen bis er gänzlich verschwunden war. Dagegen waren scheinbar auch die Kräfte des
Wesens machtlos. Der Geschosshagel ebbte abrupt ab. Nur weg von hier dachte er. Er musste seine
Freunde finden um ihnen zu berichten was er gesehen hatte. Dunkelhain…irgendetwas sagte ihm das
er dort seine Freunde finden würde. Es kostete ihn ungeheure Kräfte den Schmerz und seinen Körper
unter Kontrolle zu halten. Aber er lief weiter.

Aradrion und Uriens hatten gemeinsam Dunkelhain erreicht. Uriens hatte seinem Freund erzählt was
er erlebt hatte und was auf der Plantage vor seinem Eintreffen geschehen war. Dann war er nach
oben in sein Zimmer im Wirtshaus gegangen. Er war erschöpft und Müde. Aradrion saß noch unten in
der Gaststube als plötzlich ein Zwerg hereinstolperte. „Bömms“ rief Aradrion mit einem Lächeln im
Gesicht. Der Zwerg kam auf ihn zu. Da merkte er, dass mit ihm etwas nicht in Ordnung war. „Mari“
fuhr es aus Bömms heraus. „Ja wir wissen es, sie ist..“ Antwortete Aradrion. „Nein ist sie nicht!“ Mit
diesen Worten fiel er in die Arme des Druiden und schloss die Augen.
"Du verstehst doch?! Wenn irgendwas passiert,irgend etwas, dein Fehler, mein Fehler, selbst wenn kein Fehler passiert.
Das macht nichts, ich leg dich sofort um! So einfach ist das! Egal was sonst noch passiert, egal wer sonst noch drauf geht, Dich leg ich auf jeden Fall um!!"

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Uriens
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Re: Die Geschichte der Letzten Bastion

Beitrag von Uriens »

5. Kapitel

Unglaubliche Energien durchströmten Sie, so dass sie das Gefühl hatte ihr Körper wäre kurz davor in
unendlich viele Teile zu zerspringen. Mari genoss dieses Gefühl! Wenn sie wollte könnte sie Azeroth
beherrschen oder auch vernichten, ganz wie es ihr beliebte. Denn sie war jetzt ein Gott! Und auch
dieses lächerliche Insekt von einem Zwerg würde sich nicht ewig ihrer Rache entziehen. RACHE, das
war das absolut dominierende Gefühl das in ihr herrschte. Sie hatte sich immer für ihre so genannten
Freunde und Kameraden eingesetzt und oft alles riskiert. Nur damit diese Verräter ihr mit
Unverständnis und Gleichgültigkeit begegneten wenn sie selbst einmal auf Hilfe angewiesen gewesen
war. Sie konnten oder wollten sie nicht verstehen. Sie schüttelten ihre Köpfe und sahen sie mit
Vorwurfsvollen Blicken an. Dabei war Sie doch nie die Böse gewesen. Zu guter Letzt hatte Uriens,
nein, hatten sie sie alle zum Sterben in diesem Gottverlassenen Wald zurückgelassen ohne sich auch
nur noch einmal umzudrehen oder einen Gedanken an sie zu verschwenden. Dafür würde Sie sie nun
bezahlen lassen. Jeder von ihnen würde einen grausameren Tod erleiden als sein Kamerad, welcher
vor ihm vernichtet worden war. Sie werden ALLE sterben! Mari suhlte sich in Ihren Rachegedanken
und der schier grenzenlosen Macht die sie jetzt besaß. Und ihr Verstand begann sich langsam darin
zu verlieren.

Wenn diese absolut böse und alles verschlingen wollende Macht eine Körperliche form gehabt hätte,
so hätte man in diesem Moment wohl ein gehässiges Grinsen in ihrem Gesicht gesehen. Ihr Gefühl
hatte sie bei ihrem ausgewählten Wirt nicht getäuscht. Die Wahl war perfekt. Das Subjekt war voll
gewesen von Selbstzweifeln, und latenten Aggressionen gegen ihre eigenen Kameraden, welche von
ihrer völlig verschrobenen Realitätswahrnehmung ununterbrochen gespeist wurden. Sie würde das
leicht zu kontrollierende Werkzeug sein, mit dem es seine Feinde endgültig aus dieser Welt tilgen
würde. Und so begann es einen Streifzug durch Azeroth um aus den bösartigsten, leicht zu
beeinflussenden Kreaturen die Reihen seiner Armee zu füllen.

Aradrion, und die von Uriens aus Strumwind dazu geholte Ellyzsra sowie Mechthild, eine wahre
Kriegerin des Lichts und Vorbild für alle Paladine, hatten Tage damit verbracht in einer schier
endlosen folge von Ritualen, Beschwörungen und Zaubern Bömms Körper und Geist von dem Bösen
zu reinigen und seine Wunde zu Heilen. Während dieser Zeit waren die Geschehnisse, die Bömms
erlebt hatte, immer wieder, wie in einer Art Fieberwahn, aus ihm herausgebrochen. Von seinen
Schilderungen zu tiefst beunruhigt hatten die vier beschlossen den Rest Ihrer Kameraden, welche
sich mittlerweile in Sturmwind eingefunden hatten, zu benachrichtigen. Uriens hatte diese Aufgabe
übernommen, da er seinen Freunden bei der Heilung nicht weiterhelfen konnte. Auch dieses Mal war
es fast wie ein Rausch gewesen als er Sturmwind betrat. Die Stadt in Ihrer vollen Pracht zu sehen,
nach allem was Sie erlebt hatten, davon konnte er nicht genug bekommen. Aber der Grund seiner
Anwesenheit in der Stadt holten ihn schnell auf den Boden zurück. Und so ging er schnellen und
energischen Schrittes in Richtung ihres von Baphomet eingerichteten, vorläufigem Hauptquartier.
Baphomet und die anderen Anwesenden, Isolde, Varos, Naiop, Cuff, Dredd, Euphania und Calysto
folgten seinen Ausführungen mit besorgten Mienen nachdem sie sich herzlich begrüßt hatte.
Nachdem Uriens seine Schilderungen beendet hatte herrschte Schweigen, bis Baphomet schließlich
das sagte was alle dachten. „Wie es scheint sind wir nicht alleine zurückgereist“ Jetzt da er es
ausgesprochen hatte war es real. Der Gegner, den sie hatten nicht aufhalten können, war mit ihnen
in diese Zeit gekommen. Baphomet schaute in die Runde. „Wir müssen Vorbereitungen treffen, und
das schnell.“ Nach diesen Worten brach eine hitzige Diskussion los an deren Ende Baphomet eine
kleine Gruppe, bestehend aus Isolde, Dredd, Naiop und Uriens nach Dunkelhain um dort zu sehen
wie es um Bömms bestellt war. Im Anschluss daran sollte Uriens mit Ellyzsra, Aradrion und Mechthild
nach Sturmwind zurückkehren und isolde, Dredd und Naiop den Ort der Geschehnisse zu
untersuchen. Varos, Cuff, Euphania und Calysto schickte er los um gemeinsam mit Taika alle Zugänge
zum Hinterland zu überwachen. Taika fiel dabei die besondere Aufgabe zu die nahe Umgebung von
Jintha‘ Alor zu erkunden und wenn möglich Informationen aus dem inneren der Anlage zu erhalten.
Seine Schurkenfähigkeiten prädestinierten ihn förmlich für diese Aufgabe. In diesen uralten und
unheiligen Mauern hatte das Böse damals seinen Anfang genommen und war dann über Azeroth
hinweggefegt.

Bevor die Kameraden sich auf den Weg machten und sich ihre Wege somit trennen würden,
beschlossen sie noch gemeinsam eine der vielen Schenken der Stadt aufzusuchen und sich den ein
oder anderen Krug Bier zu gönnen. Denn es würde vermutlich eine ganze Weile dauern bis sich ihnen
diese Möglichkeit erneut bieten würde. Sie betraten die Schenke und wurden sofort von einem Mief
nach Alkohol, Schweiß, Qualm und einem Hauch erbrochenem umhüllt der zu Anfang leicht in den
Augen brannte. „Sucht doch schon einen Tisch, ich muss mal pinkeln“ sagte Uriens, und verschwand
Richtung Donnerbalken. Die anderen sahen sich um und setzten sich an einen Tisch im hinteren
Bereich des Raums. Nachdem Sie alle einen mit Bier gefüllten Krug vor sich stehen hatten, stießen sie
heftig an, so dass das Bier aus den Bechern schwappte und nahmen einen großen Schluck. Isolde
knallte den Krug mit einem zur Grimasse verzogenen Gesicht auf die massive Tischplatte. Dann rief
sie „Diese Pisse können auch nur Menschen in einer Menschenstadt als Bier bezeichnen“ und fing an
zu lachen. Die anderen sahen sich an und fielen mit lautem Gelächter ein. Plötzlich schallte ein
aggressiver Schrei durch die Schenke „ Hey Ihr da!“ „Was soll dieses Gerede über Menschen?“
„Findet ihr das etwa witzig?“ Plötzlich war es still in der Schenke und alle sahen zu ihnen herüber.
„Redet der mit uns?“ Fragte Dredd seine Freunde. „Ich glaube schon“ antwortete Euphenia. Dredd
drehte sich um sah eine Gestalt die seine Vorstellung eines Straßenräubers perfekt verkörperte.
„Wer bist du denn?“ Platzte es aus Dredd heraus. „Ihr seid wohl nicht von hier, was?“ „ Ich bin
Spike!“ „Ich bin ein hauptmann der Defias-Bru…“ weiter kam er nicht denn Dredd unterbrach ihn
unsanft. „Du hast recht, wir sind nicht von hier“ „und wer oder was du bist interessiert uns auch nicht
wirklich, ich habe nur aus höflichkeit gefragt“ „Also setz dich wieder und lass uns in Ruhe trinken“
Mit diesen Worten drehte sich Dredd wieder zu seinen Freunden. Uriens betrat neugierig den
Schankraum, denn er hatte sich gewundert warum plötzlich kein Lärm mehr daraus an seine Ohren
drang. Er sah das Dredd sich gerade wieder richtung Tisch drehte und damit einem einige Tische
entfernt stehenden, jetzt scheinbar sehr wütenden Mann den Rücken zeigte. Dann setzte sich der
Mann in Bewegung. Uriens sah das dieser Typ irgendetwas blinkendes aus seinem Stiefel gezogen
hatte. Instinktiv griff seine Hand an die Stelle an der sie den Griff seines Schwertes erwartete. Doch
sie griff ins Leere. Stimmt, sein Schwert steckt noch in einem Worgen im Dämmerwald schoss es ihm
durch den Kopf. Sein Arm schnellte zurück und stieß dabei gegen einen Stuhl. „Dreh mir nicht den
Rücken zu wenn ich noch nicht mit dir fertig bin!“ „Ich bin Spike und…“ In diesem Moment sahen alle
Gäste im Schankraum einen Stuhl durch die Luft fliegen welcher Spike hart am Nacken traf und ihn
sofort verstummen ließ. Uriens war dem Stuhl gefolgt sobald er ihn auf die Reise geschickt hatte.
Spike war auf Grund des Treffers gestürzt und Uriens hatte den Stuhl an zwei der Stuhlbeine gepackt
und drückte ihm das obere Ende der Rückenlehne schmerzhaft in den bereits angeschlagenen
Nacken. „Du machst jetzt besser einen Abflug, bevor ich dir zeige wie man mit einer Stuhllehne einen
Kopf abtrennt!“ Flüsterte Uriens dem ächzend und stöhnend am Boden liegenden Spike zu. Dann
nahm er den Stuhl und setzte sich zu seinen Freunden. Naiop schaute ihn an „Ein Stuhl? Wirklich?“
Uriens schaute in die Runde und zuckte mit den Schultern. Dann fingen sie alle an lauthals zu lachen,
während sich Spike unter großen Schmerzen aus der Schenke schlich.
Sie hatten noch gut eine Stunde getrunken, gelacht und sich unterhalten bevor sie aufgebrochen
waren. Es war schon Dunkel als die Vierergruppe in Dunkelhain eingetroffen war. Sie hatten sich
sofort bei Aradrion Ellyzsra und Mechthild nach Bömms Zustand erkundigt und die freudige Antwort
erhalten das er außer Gefahr war und sich wieder völlig erholen würde, wenn er sich noch schont.
Am nächsten Morgen brachen Aradrion, Ellyzsra, Mechthild und Uriens nach Sturmwind auf. Aber
nicht ohne nochmals eine Warnung an Bömms zu richten sich noch zu schonen und dann mit Dredd,
Naiop und Isolde ebenfalls nach Sturmwind zurückzukehren wenn diese ihren Auftrag erfüllt haben.
Gegen Mittag am folgenden Tag hatten Dredd, Isolde und Naiop die alte verfallene Plantage erreicht
wo sich die Ereignisse abgespielt hatten. Schon in einiger Entfernung nahmen sie den leicht süßlichen
Verwesungsgeruch wahr und sahen hier und da einige Blutspritzer oder Feischfetzen an Blättern und
Planzen. Das Epizentrum glich einer Schlachtbank. Alles war rot vom Blut der Worgen und ihre
blanken, weißen Knochen, die überall verstreut lagen, bildeten dazu einen beinahe künstlerischen
Kontrast. Sie kannten diesen Anblick nur zu gut aus ihrer Zeit. Damit waren auch die letzten Zweifel
beseitigt und die kleine Hoffnung erloschen das es doch etwas anderes gewesen war. Sie schauten
sich eine Weile schweigend um, doch außer dem blutbesudeltem Schild an den noch einige Stücke
Worgenhirn hafteten und dem nicht minder blutverkrusteten Schwert von Uriens fanden sie nichts
von Bedeutung. Dredd hatte den Schild und das Schwert auf den Rücken geschnallt, wobei er ein
wenig Mühe gehabt hatte eine Rippe von der Klinge zu lösen. Er drehte sich in Richtung von Isolde
und Naiop und signalisierte ihnen dass es an der Zeit war den Rückweg anzutreten, als er hinter sich
plötzlich stampfende Schrittgeräusche hörte. Zweige und Äste brachen als Isolde und Naiop einen
riesigen Schatten aus dem Wald hervorstürmen sahen. Sie sahen wie Dredd von einem gewaltigen
hieb dieses Dings getroffen wurde und einige Meter durch die Luft flog. Hätte er nicht in letzter
Sekunde sein eigenes Schild zwischen sich und die gewaltige Faust gebracht so hätte diese wohl beim
Aufschlag sämtliches Leben aus ihm herausgepresst. Isolde zögerte keine Sekunde um Dredd, der
schwer keuchend am Boden lag, zur Hilfe zu eilen. Naiop hatte derweilen vergeblich versucht das
sich nähernde Ding mit einer Frostnova zum Stehen zu bringen und war nur mit Hilfe eines
Teleportationszaubers dem sicheren Tod entgangen. Der Gnom war kurz vor einem Treffer plötzlich
verschwunden und nur sekundenbruchteile später bei seinen Freunden wieder aufgetaucht. Isolde
war dabei mit ihren heilenden Kräften Dredd zurück auf die Beine zu bringen. Naiop begann sogleich
mit einem neuen Zauber. Mit kaum verständlichem Gemurmel und einstudierten Handbewegungen
beschwor er einen regelrechten Blizzard über dem Ding herauf. Selbst sie konnten den plötzlichen
Temperatursturz spüren obwohl sie sich in einiger Entfernung zu dem Ding befanden. Und dieses
wurde tatsächlich langsamer, was Isolde die nötige Zeit verschaffte Dredd soweit wiederherzustellen
so dass er wieder laufen konnte. Dredd war noch nicht wieder ganz auf den Beinen, da war Das Ding
schon wieder in der Lage sich mit der für es gewohnten Geschwindigkeit zu bewegen. Isolde hob
ihren Stab und plötzlich wurde der Kopf des Stabes von einem hellen, warmen, ja heiligem Licht
umhüllt, genauso wie es bei ihrer freien Hand der Fall war. Diese deutete auf das Ding, welches
daraufhin wie aus dem Nichts von Ketten, aus eben jenem heiligen Licht, umschlungen und an Ort
und Stelle gehalten wurde. „Los weg hier!“ „Ich glaube das wird es nicht lange aufhalten“ rief Isolde.
Und sie begannen mit ihrem Rückzug. Sie hatten noch keinen nennenswerten Abstand zwischen sich
und das Ding bringen können, als die Ketten brachen. Das Ding machte einige Schritte und riss dann
einen Baumstumpf aus dem Boden und schleuderte es ihnen hinterher. Aber Dredd reagierte wie es
nur ein erfahrener Krieger tun konnte um seine Freunde vor dem heranfliegenden Wurfgeschoss zu
schützen. Für so ein Ding ein sehr präziser Wurf dachte Dredd während er seinen Schild zur Abwehr
bereit machte. Er brachte den Schild in einen 45 Grad Winkel zum Baumstumpf kurz bevor dieser
auftraf. Dadurch nahm er dem Aufprall etwas an Wucht da der Baumstumpf seitlich abgelenkt
wurde. Gleichzeitig drehte er sich in die Ablenkrichtung um weitere Aufprallenergie zu absorbieren.
Jeder ungeübte hätte bei dieser Aktion wahrscheinlich seinen Schildarm oder mehr verloren. Aber
Dredd rollte sich über seinen Schild ab um die restliche Energie zu neutralisieren und stand dann,
bereit sein Leben für seine Freunde zu geben, mit erhobenem Schild und gezogener Waffe zwischen
dem Ding und seinen Freunden

Bömms war seinen Freunden heimlich gefolgt, obwohl er die Anweisung hatte auf seine Freunde zu
warten. Er war ein Spezialist wenn darum ging Verwundungen nicht ausheilen zu lassen. Allerdings
war er auch Spezialist der unerkannten Fortbewegung und Heimtücke als Schurke der er war. Wer
konnte ihn also daran hindern seinen Freunden zu folgen. Und wie sich nun herausstellte war es eine
Fügung des Schicksals das er es getan hatte. Dredd, Isolde und Naiop standen dem Ungetüm
gegenüber das unaufhaltsam auf sie zu Stampfte. Sie waren bereits schwer gezeichnet von den
Versuchen diese riesige Kreatur, welche scheinbar aus nur aus zusammengenähten Fleischmassen
bestand aber über gigantische Kräfte verfügte, aufzuhalten. Die Drei schauten sich ratlos an, als die
Kreatur plötzlich unter scheinbar unerträglichen Schmerzen aufschrie und ihr Vormarsch in Stocken
geriet. Dann sahen sie plötzlich eine kleine Gestallt auf der Schulter des Giganten auftauchen welche
ihre beiden geschwungenen Dolche wie Kletterhilfen immer wieder im Körper des Monsters
versenkte um weiter nach oben zu gelangen. Da erkannten sie, dass es Bömms war, den der
Fleischberg vergebliche versuchte abzuschütteln. Doch seine plumpen versuche den Zwerg mit
seinen vor Muskeln strotzenden Armen abzustreifen waren schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt.
Bömms bewegte sich mit einer solchen Eleganz und Geschmeidigkeit, was seinen Freunden
staunende Blicke entlockte, und war nach Sekunden an seinem Ziel angekommen. Beide Klingen
bahnten sich unaufhaltsam ihren Weg senkrecht in den Schädel der Kreatur. Dieser Vorgang wurde
von der Kreatur mit starken Zuckungen quittiert, aber Sie ging nicht zu Boden. Bömms riss einen der
Dolche wieder heraus während er begann den anderen im Schädel der Kreatur zu drehen um
maximalen Schaden zu verursachen. Fast schwarzes Blut spritzte ihm entgegen. Mit der anderen
Waffe stach er unablässig und mit unglaublicher Geschwindigkeit immer wieder in den Hals, wenn
man das so nennen konnte, der Kreatur. Langsam begann sich der Kopf vom Körper zu trennen. Und
als er schließlich die im Schädel steckende Waffe nach oben riss und dieser folgte sackte das Monster
zusammen. Das alles hatte nur einige Sekunden gedauert und seine Freunde standen wie versteinert
vor dem Fleischberg. Er stieg mit etwas wackeligen Beinen herunter. Der Kampf hatte seinen Tribut
gefordert. „Gern geschehen“ sagte er als vor seinen Freunden stand. Dann gaben seine Beine nach
und er sank zusammen. Doch seine Freunde fingen ihn auf. Sie würden sich um ihn Kümmern und
dafür sorgen das er wieder zu seiner vollen Stärke zurückfinden würde.

Sie hatten Bömms mehr oder weniger den ganzen Weg nach Dunkelhain getragen und waren erst
nach Einbruch der Dunkelheit dort angekommen. Im Morgengrauen würden sie nach Sturmwind
aufbrechen um ihren Kameraden zu berichten das es definitiv keinen Zweifel daran gab das ihr Feind
mit ihnen gemeinsam hier gelandet war. Sie hofften dass Ihre Kameraden mit besseren Nachrichten
aus dem Hinterland nach Sturmwind zurückkehren würden.
"Du verstehst doch?! Wenn irgendwas passiert,irgend etwas, dein Fehler, mein Fehler, selbst wenn kein Fehler passiert.
Das macht nichts, ich leg dich sofort um! So einfach ist das! Egal was sonst noch passiert, egal wer sonst noch drauf geht, Dich leg ich auf jeden Fall um!!"

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Uriens
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Re: Die Geschichte der Letzten Bastion

Beitrag von Uriens »

6. Kapitel

Taika hatte die letzten Stunden damit verbracht die nähere Umgebung von Jintha‘ Alor zu
untersuchen und sich dabei immer näher an die Mauern des uralten Tempelfestungskomplex
herangearbeitet. Wie Bömms, war auch er ein Meister der Verstohlenheit. Bis hierher war ihm nichts
Besonderes aufgefallen. Alles schien ruhig zu sein. Also beschloss er, nachdem er sein Können gegen
die möglichen Gefahren abgewogen hatte, sich in das innere der Anlage zu begeben. Alles war ruhig.
Dennoch bewegte er sich äußerst vorsichtig, bereit auf jegliche Gefahr entsprechend zu reagieren,
und versuchte dabei möglichst lautlos zu sein. Den unteren Abschnitt der alten Tempelfestung hatte
er bereits zu mehr als der Hälfte durchquert und Ihm war dabei nichts Ungewöhnliches aufgefallen.
Aber dennoch fühlte er sich seltsam, irgendetwas war hier anders. Er ging weiter und erreichte den
Aufgang in den nächsten Festungsbereich. Als er das obere Ende der steinernen Treppe fast erreicht
hatte, fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Tiere…. Seit er den Komplex betreten hatte, war ihm
nicht ein einziges Tier begegnet noch hatte er irgendwelche Laute vernommen. Das war für das
Hinterland mehr als ungewöhnlich. Außer diesen Rankengewächsen die alles überwucherten schien
es hier nichts Lebendes zu geben. Er folgte dem Weg um den nächsten Aufgang zu erreichen. Dabei
sah er allerlei heruntergekommene Behausungen, zerstörte Altäre und Opferstätten und
rankenüberwucherte Reliefs auf den Wänden. Er hatte den Aufgang so gut wie erreicht als er glaubte
eine Bewegung in hinter sich wahrzunehmen. Im Bruchteil einer Sekunde schnellte er herum, bereit
es mit allem aufzunehmen, doch da war nichts. Sollten ihn seine sonst so verlässlichen Sinne
tatsächlich getäuscht haben?! Nachdenklich setzte seinen Weg fort, und nach zwei Schritten schlug
es wie ein Blitz in seine Gedanken ein und er erstarrte. Ganz langsam, kaum merklich, begann er den
Kopf zu drehen bis er über seine linke Schulter einen Blick nach hinten erhaschen konnte. Jetzt gab es
keinen Zweifel mehr. Der Durchgang, durch den er auf diese Ebene gekommen war und welcher den
oberen Abschluss der Treppe bildete, war verschwunden. Und ja, es hatte sich etwas bewegt. Seine
Sinne hatten ihn nicht getäuscht. Denn wo eben noch der Durchgang war, sah er nun gegen eine
grünbraune Wand aus scheinbar undurchdringlichen Ranken. Er saß mächtig in der Scheiße, dachte
Taika als er bemerkte das die Ranken nun begannen sich in seine Richtung zu bewegen. So als ob
ihnen bewusst wäre, dass ihr Versteckspiel nun vorbei war. Ohne zu überlegen rannte Taika in die
einzige Richtung los, die ihm verblieben war… weiter nach oben.

Er hastete den Aufgang hinauf. Überall um ihn herum schienen die Ruinen lebendig zu werden. Einige
Male wäre er beinahe auf eine der Ranken getreten, was er aber dank seines außerordentlichen
Geschicks immer wieder hatte vermeiden können, ohne dabei stark an Geschwindigkeit einzubüßen.
Nichtsdestotrotz würde er sich den Ranken nicht ewig entziehen können. Da schnellte auch schon
eine von der Seite heran. Im letzten Moment schlug er die Spitze ab, bevor sie ihn erreicht hatte. Ja,
das gefällt dir nicht, du Ausgeburt der Hölle, dachte er als die verletzte Ranke wild hin und her
peitschte. Er rannte weiter und immer weiter während er sich den Angriffen der Ranken erwehrte. Er
hatte die oberste Ebene mit Mühe und Not erreicht, kaum noch in der Lage die Angriffe der Ranken,
welche immer heftiger und auch cleverer geworden waren, abzuwehren. Mehr stolpernd als rennend
erreichte Taika eine Arte kleine Arena in deren Zentrum ein mächtiger Altar stand und hinter diesem
sich der Eingang zu einer Höhle befand. Doch nicht der Altar oder die Höhle waren es die ihn für
Sekunden innehalten ließen. Es waren die unzähligen Leichen und Kadaver, welche die Arena füllten
und einen Sumpf aus Fleisch, Knochen und Innereien bildeten, über dem der süßliche Geruch der
Verwesung lag und Milliarden von Blutfliegen summten. Ein stechender Schmerz in seinem linken
Bein ließ Taika aus seiner Starre erwachen. Er schaute an seinem Bein hinab und sah die Ranke die
sich immer weiter hineinbohrte. Instinktiv schlug er zu und trennte die Spitze vom Rest der Pflanze
ab und Zog die abgetrennte Spitze aus seinem Bein. Er musste weiter. Seine Stiefel verursachten
schmatzende Geräusche als er in den mehr als knöcheltiefen Leichenpfuhl vordrang. Dann hörte er
das Plätschern von Wasser. Hier musste ein Bach in der Nähe sein. Hoffnung keimte in ihm auf. Wenn
hier ein Bach war, dann war das vielleicht sein weg raus aus diesem Alptraum.

Mari hatte sich nach den Ereignissen im Dämmerwald unmittelbar nach Jintha‘ Alor begeben. Dies
war in der Zunkunft der ideale Ort gewesen, von dem aus Sie ihren Vernichtungsfeldzug begonnen
hatte. Und auch in dieser Zeit war die Abgelegene Tempelfestung aus grauer Vorzeit der ideale
Ausgangspunkt für ihre Pläne. Sie hatte ihre Kräfte darauf konzentriert eine Armee aus den leicht
beeinflussbaren Kreaturen dieser Welt zu erschaffen. Alle Arten von monströsen Kreaturen, Wölfe,
Spinnen, Bären, Worgen, Untote, Riesenschleime und sogar Trolle und Orks waren auf dem Weg
hierher um Jintha‘ Alor in einen undurchdringlichen Verteidigungsring um Sie zu verwandeln damit
sie in aller Ruhe ihre Kräfte verstärken konnte in dem sie sich am LeichenPfuhl labte.
Nun wurde diese Ruhe jäh von einem Eindringling unterbrochen. Irgendetwas hatte es tatsächlich
geschafft die oberste Ebene lebend zu erreichen. Sie ließ ihr geistiges Auge vor den Eingang der
Höhle wandern, wo sie einen Menschen verzweifelt um sein Leben kämpfen sah während er durch
ihren Leichenpfuhl stapfte, in der Hoffnung seinem Schicksal entfliehen zu können. Doch das war
natürlich nicht möglich. Hier in Jintha‘ Alor führten alle Wege zu ihr. Plötzlich wich das eben noch
breite Grinsen aus Mari´s Fratzenhaftem Gesicht und eine Kurze Unsicherheit durchfuhr sie. Der
schon mehrfach getroffene, aus einigen Wunden blutende Mensch hatte für einen kurzen Moment
den Blick auf seine Brust preisgegeben. Drei bläulich weiße Schwerter waren dort für einen winzigen
Moment sichtbar gewesen. Sie waren ihr auf den Fersen. Schnell hatte sie sich wieder im Griff und
stürmte dem Höhleneingang entgegen. Normal würde sie diesem Geschehen keine Aufmerksamkeit
schenken, doch hierbei handelte es sich um einen von Ihnen! Es waren die einzigen die ihr gefährlich
werden könnten dachte sie, nur um sich im Selben Moment dafür zu belächeln, dass sie deren
Fähigkeiten doch maßlos überschätzte. Aber es war auch etwas Persönliches. Sie setzte ihren weg
also unbeirrt fort. Als sie den Eingang erreicht hatte sah sie das der Mensch sich beinahe den Rand
des Pfuhls erreicht hatte.

Taika hatte sich Richtung eines kleinen Tümpels, der von einem Wasserfall gespeist wurde,
durchgekämpft. Sein Körper war am Rande des Zusammenbruchs. Doch sein unbändiger Wille zwang
ihn immer weiter. Es war nur eine Vermutung, aber seine einzige Hoffnung. Der Wasserfall lieferte
unaufhörlich Nachschub an Wasser. Der Wasserspiegel des Tümpels blieb jedoch immer gleich. Es
musste also irgendeinen Abfluss geben. Noch zwei Schritte trennten ihn von Rand des Pfuhls als ihn
wieder eine der Ranken traf. Auch diese schlug er ab. Noch ein Schritt, dann würde er wieder festen
Boden unter den Füßen haben. In diesem Augenblick erschien eine schwebende Gestallt am
Höhleneingang hinter dem Altar. Ihre Blicke trafen sich in just diesem Moment als er mit einem
Geräusch, das an das abziehen großer Hautfetzen von gut durchblutetem Fleisch erinnerte, seinen
zweiten Fuß aus dem Leichensumpf zog und auf festen Boden stellte. Er wusste, ohne nachzudenken,
was er da sah. Er wendete seinen Blick ab und blickte in den Tümpel. Er stolperte einige Schritte in
den Tümpel und spürte den Sog der Strömung an seinen Beinen. Das Wasser färbte sich leicht rötlich
vom Blut, das aus seinen Wunden sickerte. Dann wendete er seinen Blick wieder zu Mari. Sie hatte
ihre Arme gehoben. Zweifellos um ihm mit einem Zauber den Rest zu geben. Er sah Sie mit einem
Blick aus Mitleid und Verachtung an, so wie er es mit deutlich unterlegenen Gegnern machte, die
nicht wussten, wann sie verloren hatten. Taika hob seinen rechten Zeigefinger an sein rechtes Auge
um ihn dann auf Mari zu richten. Dann ließ er sich in den Tümpel fallen in der Hoffnung das ihn der
unterirdische Strom wieder ausspucken würde bevor er wie eine Ratte ersaufen würde.
Sie war im Begriff dieser unwürdigen Made mit einem ihrer Zauber den Rest zu geben, als sich dieser
nach einer unverschämten und anmaßenden Geste einfach in den Tümpel fallen ließ. Mari kochte
vor Wut als sie feststellen musste das es im Tümpel keine Spur von dieser niederen Kreatur gab. Ihre
Wut steigerte sich zu einem rasenden Zorn und einem schier endlosen und abgrundtiefen Hass,
welcher sie fast dazu gebracht hätte, das große Ganze aus den Augen zu verlieren und diesen Wurm
zu verfolgen. Doch das Böse in Ihr sorgte dafür, ohne dass sie es merkte, dass dies nicht passierte.
Sie würde alle bezahlen lassen für das was sie ihr angetan hatten. Sie alle werden dafür furchtbar
leiden, und Mari würde dafür sorgen das sie alle wissen wer ihnen dieses Leid zufügt.
Sie hatten beschlossen nicht den Direkten Weg über die Straße zu nehmen. Stattdessen schlugen sie
einen Weg ein, der sie oberhalb der Ruinen von Burg Durnholde vorbei in Richtung Fluß auf
ungefährer Höhe von Tarrens Mühle führte. Sie hatten die Burg hinter sich gelassen und waren auf
halbem Wege zum Fluss, dem sie dann bis zur Straße nach Süderstade folgen wollten, als plötzlich ein
Gewaltiger Taure vor ihnen Stand. Er war aus einer der kleinen Schluchten gekommen und baute sich
nun vor ihnen auf.

Ich bin Icognito vom mächtigen Horde-Clan Frostfall und auf der Suche nach ebenbürtigen Kämpfern
der Allianz mit denen wir uns messen können. Varos musterte den Tauren von oben bis unten mit
abwertenden Blicken. Schließlich lies er sein Schwert zurück in die Scheide gleiten und sagte „Der ist
harmlos“. „Sieh zu das du Land gewinnst, deine Messlatte ist eh nicht groß genug für uns“. Das Wort
Messlatte betonte er dabei besonders und griff sich in dem Moment wo es ihm über die Lippen kam
provokant in den Schritt. Der Taure begann vor Wut zu schnauben und wollte der Gruppe eine
entsprechende Antwort entgegenschmettern. Doch in dem Moment als er loslegen wollte setzte sich
die Gruppe der Allianzstreiter in Bewegung. „ich hab dir doch gesagt Varos, wenn du nicht
mindestens ein primäres Geschlechtsmerkmal in die Sätze einbaust wirst du von einem Hordler keine
Antwort bekommen“ Sie fingen lauthals an zu lachen und ließen den verdutzten Tauren einfach links
liegen. „Der war doch nicht ganz richtig im Kopf“ hörte Icognito noch die Priesterin sagen als die
Gruppe schon in einiger Entfernung war. Dafür würden sie bei ihrem nächsten Treffen mit ihren
Leben bezahlen dachte er und machte sich auf den Rückweg zu seinem Clan.

Die Gruppe setzte ihren Weg Richtung Süderstade fort und die Ausgelassenheit über das eben
erlebte verflog schnell. Denn sie machten sich Gedanken über Taika. Auch wenn es sich keiner von
ihnen anmerken lassen wollte. Ihr Schweigen sprach Bände. Hatten sie ihn im Stich gelassen, als sie
einfach ohne ihn losmarschiert waren nachdem sie einige Zeit am vereinbarten Treffpunk, dem
Beginn des schmalen Pfades vom Hinterland hinunter ins Vorgebirge des Hügellandes, gewartet
hatten und er nicht erschienen war. Ihre Anweisungen waren eindeutig gewesen, und sie wurden
dringend in Sturmwind erwartet. Oder war das nur eine Ausrede, um ihre Gewissen zu beruhigen?
Sie hatten den Fluss bereits erreicht und marschierten an seinem Ufer entlang als Cuff in einiger
Entfernung etwas am Ufer liegen sah. Er gab seinen Kameraden ein Signal und sofort waren diese,
wie er selbst, kampfbereit. Ihre Umgebung immer im Auge behaltend näherten Sie sich dem, was für
Cuff aus der Ferne nach einem Menschlichen Körper ausgesehen hatte. Noch bevor sie die Stelle
endlich erreichten, erkannten sie das es Taika war, der dort leblos am Ufer lag. Seine Beine Beine
lagen noch im Wasser und wurden vom Wasser des Flusses umspielt. Euphania eilte zu ihm während
die anderen weiterhin die Umgebung sicherten. Euphania drehte Taikas Körper auf den Rücken. Sie
konnte viele Wunden sehen und seine Haut war leichenblass. Sie hielt ihre rechte Hand mit
gespreizten Fingern knapp über seiner Brust… Er lebte noch! Ohne zu zögern begann Euphania ihre
heilende Magie zu wirken, um Taika zu stabilisieren und vor dem sicheren Tod zu retten. Es kostete
sie enorm viel Kraft, doch letztlich schlug Taika die Augen auf.
Sie ist schon da!
"Du verstehst doch?! Wenn irgendwas passiert,irgend etwas, dein Fehler, mein Fehler, selbst wenn kein Fehler passiert.
Das macht nichts, ich leg dich sofort um! So einfach ist das! Egal was sonst noch passiert, egal wer sonst noch drauf geht, Dich leg ich auf jeden Fall um!!"

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Uriens
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Re: Die Geschichte der Letzten Bastion

Beitrag von Uriens »

7. Kapitel

Cuff, Varos, Euphania und Calysto hatten ihren Kameraden ohne Rast nach Süderstade getragen.
Dort angekommen hatten Sie für Taika ein Zimmer im Gasthaus genommen. Varos und Cuff hatten
danach umgehend einen Greifen nach Sturmwind bestiegen, um sich mit den anderen zu treffen und
zu berichten. Euphania und Calysto blieben bei Taika um seine Genesung voranzutreiben, denn für
das was ihnen noch bevor stand würden sie jeden aus ihrer Gemeinschaft brauchen…

Der Abend dämmerte bereits als Uriens die Treppe zum Eingang eines ungenutzten Gebäudes in
Ironforge hinaufstieg. Baphomet hatte sie alle dorthin bestellt nachdem Varos und Cuff berichtet
hatten was sich im Hinterland abgespielt hatte. Er war spät dran, denn er war noch bei einem der
Meister der Großen Schmiede in Ironforge gewesen um seinem Schwert, nachdem Dredd es ihm
wiedergebracht hatte, die nötige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Er erreichte das obere Ende
der Stufen und trat durch den offenen Durchgang. Das innere wurde von einigen Laternen an den
Wänden in warmes Licht getaucht. Er stützte sich mit den Händen auf die Brüstung des Rundganges,
der zur Treppe nach unten in einen Aufenthaltsraum führte, und schaute hinunter. Sie waren alle da,
dort unten. Seine Kameraden, seine Freunde. Er konnte sich nicht mehr erinnern wann er Sie das
letzte Mal alle so zusammen gesehen hatte. Unbeschwert, fröhlich und mit lachenden Gesichtern. Er
spürte wie er von einem Hauch Melancholie erfasst wurde, als die Stimmen seiner Kameraden an
seine Ohren drangen. Einige würde er vielleicht nie wieder hören, und wahrscheinlich würden sie nie
wieder so zusammenkommen. Baphomets Stimme, die seinen Namen rief, riss ihn aus seinen
Gedanken. „Uriens!“ Dann sind wir nun ja endlich vollzählig“ Er merkte das nun alle Blicke auf ihn
gerichtet waren und grinste etwas verdutzt und hob seine Hand zum Gruße. Dredd war es schließlich
der die Stille durchbrach. „Komm schon runter, ich habe hier einen hervorragenden Stuhl für dich“
Dabei sprach er das Wort Stuhl in einer ehrfürchtigen Art und Weise aus und verbeugte sich leicht
dabei. Gelächter brach im ganzen Raum aus. Er hatte wohl wirklich jedem von dem Vorfall in der
Schenke erzählt. Uriens ging die Stufen zu seinen Freunden hinunter und setzte sich auf den ihm
angebotenen Stuhl. Dann ergriff Baphomet das Wort.

„Meine Freunde, vor kurzem noch standen wir gemeinsam einem, scheinbar unbesiegbarem, Feind
gegenüber. Jeder von euch hat dem sicheren Tod in seine hässliche Fratze geblickt. Und doch hat
keiner von euch auch nur eine Sekunde gezögert sich dem Feind zu stellen. Ihr wart bereit alles für
Azeroth und seine Bewohner zu Opfern, und niemand hat das Recht noch mehr von euch zu fordern.
Doch genau das tue ich.“ Seine Stimme wurde lauter und energischer. „In der Zukunft mussten wir
Schlacht für Schlacht vor diesem Gegner zurückweichen. Wir mussten mitansehen wie Dörfer, Städte
und ganze Landstriche vernichtet wurden und zurückweichen. Doch haben wir die Chance erhalten
das alles ungeschehen zu machen. Hier und jetzt ist der Feind angreifbar, er hat noch keine Legionen
von Schreckenskreaturen die er zwischen sich und uns bringen kann. Seine Macht, hier und jetzt, ist
nicht scheinbar unbegrenzt. Denn wenn es so wäre, dann hätte er uns das bereits spüren lassen. Nein
er versteckt sich vor uns in seiner Festung Jintha‘ Alor, was bedeutet wir sind eine Gefahr für ihn.“
Die Wut, welche durch die Erinnerungen an das geschilderte hervorgerufen wurde, ließ seine Stimme
noch lauter und aggressiver werden. „Hier und jetzt können wir ihn aufhalten, wir können einen
Schlussstrich ziehen! Und wir werden ihn für seine Taten bezahlen lassen, wir werden ihn für einfach
ALLES bezahlen lassen!!“ Er machte eine Pause und ließ seinen Blick über die Gesichter schweifen.
Alle sahen ihn erwartungsvoll an. Dann stellte er die Frage, vor der er sich in den letzten Stunden
gefürchtet hatte, weil eine positive Antwort den Tod für alle bedeuten konnte, die sich so
entschieden. Er holte noch einmal Luft und fragte dann mit ruhiger und leiser Stimme „Wer von euch
folgt mir in diesen Kampf?“ Es folgte ein Augenblick der Stille. Dann erhoben sich alle Anwesenden
wie ein Mann, streckten ihm Ihre Waffen entgegen und ein Donnerndes „FÜR DIE ALLIANZ!“ brachte
die Luft im Raum zum Beben. Eine gewaltige Erleichterung durchfuhr Baphomet bei dieser
Demonstration von Loyalität und Opferbereitschaft. Er musste kämpfen, um Tränen zurückzuhalten
als er in ihre Gesichter schaute und die Entschlossenheit sah ihm bis zum Ende zu folgen. Er brauchte
einige Momente bevor er wieder mit fester stimme sagen konnte „Dann lasst uns anfangen!“
Schosana, Scorn, Irfin, die viele nur mit ihrem Spitznamen Orco ansprachen, welchen sie aus einem
Uralten Kindermärchen entliehen hatten wo Orco ein kleiner schusseliger Zauberer war auf den man
sich aber, wenn es drauf an kam immer verlassen konnte, Aradrion, Bömms, Xaiga und Baphomet
arbeiteten fast die ganze Nach an einem Schlachtplan um Jintha‘ Alor einzunehmen. Denn es war zu
erwarten das bei ihrem Eintreffen die Festung bereits gut verteidigt sein würde. Sie holten immer
wieder den ein oder anderen zu ihren Beratungen hinzu, absolute Spezialisten in ihrem Bereich, um
mit ihnen über Taktiken, Alternativen oder Machbarkeiten ihrer Ideen zu sprechen. Der morgen
dämmerte bereits über Ironforge als sie endlich einen Schlachtplan entworfen hatten, der zumindest
die kleine Chance auf einen Sieg versprach. Baphomet verschwendete keine Zeit nachdem die letzten
Einzelheiten des Plans besprochen waren, denn der Erfolg des Plans basierte darauf, dass sie Jintha‘
Alor vor den Horden des Feindes erreichten. Er ließ alle Hexenmeister damit beginnen Portale in die
Nähe von Süderstade zu öffnen. Sie hatten beschlossen das es sicherer war ihre Kräfte in einiger
Entfernung zu sammeln, um zu verhindern das man vom Feind bereits empfangen würde wenn man
die Portale durchschritt. Es dauerte eine ganze Weile bis alle durch die Portale der Hexenmeister
nach Süderstade gelangt waren, und sich das letzte Portal in jenem verlassenen Gebäude in Ironforge
geschlossen hatte. Als die letzten nahe Süderstade eingetroffen waren, hatten Marisela, Ytsi, Chiyoka
und Sezuna bereits einiges an Vorräten im örtlichen Wirtshaus besorgt und waren mit dem Verteilen
beschäftigt. Ihnen war eine Gestallt vom Wirtshaus gefolgt welche sich nun unter die, sich auf den
Marsch vorbereitenden Streiter, gemischt hatte und nach jemandem Ausschau hielt der hier etwas
zu sagen zu haben schien. Nach kurzer Zeit hatte er einen Hexenmeister ausgemacht, der allen
anderen Anweisungen zu geben schien. Gradlinig bewegte er sich auf ihn zu. Er hatte Sein Ziel so gut
wie erreicht, als ihm Scorn und Irfin den Weg versperrten. „Hey wer bist du denn?“ „Und was willst
du hier?“ brach es aus Scorn heraus. Beide sahen ihn mit ernsten Gesichtern an. „Bitte erlaubt das
ich mich kurz vorstelle.“ Mein Name ist Ranthor von Texwall und ich bin das was ihr braucht!“ „Was
das Organisieren von Unternehmungen, die sich noch im Aufbau befinden, betrifft werdet ihr keinen
besseren finden.“ „Und ich habe das Gefühl das ihr mich wirklich noch…“ Dann wurde er von Irfin
unsanft unterbrochen. „Was glaubst du eigentlich wer du bist?“ „Aber ich sagte doch bereits, mein
Name ist…“ „Es spielt keine Rolle wie dein Name ist!“ Fuhr Irfin ihn an. „Eine größere Vermessenheit
ist mir noch nicht untergekommen“ „Verschwinde bevor ich dich für immer in einen Eisblock
verwandle!“ Ranthor verbeugte sich knapp und verabschiedetet sich mit den Worten „Wir sehen
uns wieder.“

Wenig später, nachdem auch Euphania, Calysto und der wieder gesunde Taika wieder zu ihnen
gestoßen waren, brach die ansehnliche Streitmacht in Richtung Hinterland auf. Die Truppe bewegte
sich nicht so schnell wie es möglich gewesen wäre, um nicht durch irgendetwas überrascht zu
werden. Zudem umkreisten Dawa und Tishon ständig ihre Kamaraden um eventuelle Gefahren
frühzeitig zu erkennen und sie im Fall der Fälle warnen zu können. Dieser Vorgehensweise war es
geschuldet das der Mittag schon verstrichen war als sie Burg Durnholde passierten und sich an den
beschwerlichen Aufstieg über den schmalen Pass ins Hinterland machten. Bis jetzt hatten sie keine
Spur von einer feindlichen Armee gefunden, was ihnen Hoffnung gab das ihr Plan aufgehen könnte.
"Du verstehst doch?! Wenn irgendwas passiert,irgend etwas, dein Fehler, mein Fehler, selbst wenn kein Fehler passiert.
Das macht nichts, ich leg dich sofort um! So einfach ist das! Egal was sonst noch passiert, egal wer sonst noch drauf geht, Dich leg ich auf jeden Fall um!!"

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Uriens
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Re: Die Geschichte der Letzten Bastion

Beitrag von Uriens »

Das Finale

Mari freute sich innerlich wie ein kleines Kind als sie sah wie leicht diese dreckigen Maden doch zu
berechnen waren. Mit ihren, durch die vielen Opfer gewachsenen, Kräften hatte sie ihre Ankunft
schon weit im Voraus gespürt. Diese anmaßenden Kreaturen glaubten wirklich sie könnten sie
aufhalten. Aber in Wirklichkeit liefen sie genau in ihre perfekt ausgeklügelte Falle. Nichts und
Niemand in dieser Welt konnte sich mit ihren geistigen und körperlichen Fähigkeiten messen. Sie
beobachtete, hoch oben von Jintha‘ Alor aus, mit einem dämonischen grinsen wie ihre Feinde, einer
Spielzeugarmee gleich, auf ihre Festung zu marschierten. Mari frohlockte bei dem Gedanken sie alle
sterben zu sehen, sie zu quälen, zu foltern und zu töten, einen nach dem anderen und dafür bezahlen
zu lassen was sie ihr angetan hatten. Aber noch mehr als all das Leid und den Schmerz, den sie ihnen
zufügen würde, freute Marie, dass es die Körper ihrer Feinde waren, die sie verschlingen würde, um
die Wiederherstellung ihrer Macht zu vollenden. Doch nun konzentrierte sie sich auf die
bevorstehende Schlacht oder sollte man sagen Massaker? Azeroth war ihr Spielfeld und seine
Bewohner wurden von ihr wie Spielfiguren hin und her geschoben. Die Streitmacht des Feindes hatte
den Fuß vom Jintha‘ Alor erreicht. „Möge das letzte Kapitel dieser schon viel zu lange dauernden
Auseinandersetzung beginnen“ schrie sie mit einer wahnhaften Stimme in die hereinbrechende
Abenddämmerung. „Nichts wird euch dieses Mal retten können“

Baphomet und alle anderen hatten den unteren Ring von Jintha‘ Alor ohne Zwischenfall erreicht. Seit
sie das Hinterland betreten hatten, waren alle Unterhaltungen innerhalb der Truppe fast gänzlich
zum Erliegen gekommen. Jeder hatte sich darauf konzentriert irgendwelche Anzeichen von
Feindaktivitäten auszumachen. Doch so sehr sie auch gelauscht, und ihre Blicke hatten schweifen
lassen, war es ihm nicht gelungen auch nur die kleinste Spur einer Machenschaft ihres Feindes zu
entdecken. Ihre Kundschafter hatten bereits bevor sie Jintha‘ Alor erreicht hatten gemeldet, dass die
Festung absolut unbewacht war. Ihr Plan schien aufzugehen, sie hatten die Festung des Feindes vor
seinen eigenen Truppen erreicht. Dieses Mal stand kein unüberwindlicher Wall aus unendlich vielen
Leibern zwischen ihnen, die sich willenlos und ohne Rücksicht auf irgendwelche Konsequenzen in
ihre Waffen warfen. Baphomet zögerte keinen Augenblick um mit den Vorbereitungen auf die
Schlacht zu beginnen. Er hatte Dutzende von Fackeln entzünden lassen und die Magier nach vorne
beordert, um ihnen einen Weg durch die Ruinen frei zu brennen. Sie wollten gerade beginnen, als
plötzlich hoch oben über der Festung ein lila rötlicher Schein erhob aus dem Maris Stimme zu Ihnen
nach unten rief: „habt ihr wirklich geglaubt das ist so einfach sein würde?“ „Ihr taucht hier auf, vor
meiner Festung und glaubt tatsächlich in eurer endlosen Arroganz und Überheblichkeit dass ich nicht
darauf vorbereitet wäre?“ „Ihr seid so herrlich einfach und berechenbar“ „Und jetzt Blick eurem
Untergang entgegen!“ Kaum hatte Marie diese Worte ausgesprochen fiel der Schleier. Baphomet
und seine Getreuen schauten sich um, belegten dabei in die vom Hass verzerrten Gesichter einer
ungeheuren Armee aus allen möglichen Kreaturen Azeroths. Dort wo eben noch Bäume, Büsche und
Grass sie umgeben hatten, stand nun Reihe um Reihe um Reihe der Armee des Feindes. Sie saßen in
der Falle. Vorrücken konnten sie nicht, denn Baphomet wusste dass sie sich niemals schnell genug
durch die Ranken brennen konnten, damit ihnen der Feind nicht in den Rücken fallen konnte. Und
ein Kampf innerhalb die Ruinen gegen diese Armee und die Ranken gleichzeitig würden sie nicht
lange überleben. Der Rückweg war ihnen durch die feindlichen Truppen verwehrt.
„Verteidigungsposition einnehmen!“ Schrie Scorn. In Windeseile bildeten seine Kameraden eine
Linie, welche den schmalen Zugang zu Jintha‘ Alor verschloss. Dieser Engpass war ihre einzige
Chance. Würde die Linie fallen waren sie alle verloren. Scorn, Schosana und Irfin übernahmen
jeweils das Kommando über einen Abschnitt dieser Linie. Baphomet hatte sich indessen in den so
entstandenen Raum zwischen der Verteidigungslinie und den Mauern von Jintha‘ Alor
zurückgezogen. Er kniete sich neben einem Felsen hin und erhob seine Arme auf Schulterhöhe. Dann
schloss er seine Augen und seine Hände begann Grün zu leuchten. Im nächsten Moment brach die
Hölle los als die erste Welle der Angreifer versuchte die Linie der zahlenmäßig unterlegenen
Verteidiger zu durchbrechen. Unter tosendem Gebrüll stürmten die Angreifer der dünnen Linie von
Kämpfern, welche fest entschlossen waren keinen Meter zurückzuweichen, entgegen. Klingen,
Keulen, Äxte, Speere und Streitkolben trafen aufeinander und erfüllten die hereinbrechende Nacht
mit den typischen Geräuschen einer tobenden Schlacht. Gemeinsam mit den Rufen der Verteidiger,
dem Gebrüll der Angreifer sowie dem kreischenden Ton, der entsteht wenn messerscharfe Klauen
über das gehärtete Metall von Rüstungen kratzten und dabei tiefe Furchen hinterließen, schwoll der
Schlachtlärm zu einer Kakophonie des Grauens an, als sich die ersten qualvollen Todesschreie
darunter mischten.

Aradrion zuckte plötzlich zusammen und fasste sich mit einer Hand an seinen Kopf. Er, Uriens, Taika.
Ellyzsar, Mechthild und Mawerip hatten es grade in die letzte Luftkammer vor dem Tümpel auf der
Spitze Jintha‘ Alor´s geschafft. In seiner Wassergestallt war es Aradrion nicht sonderlich schwer
gefallen seine Freunde durch das Wasser den unterirdischen Strom hinauf zu bringen. Die kleine
Gruppe hatte sich wie geplant auf dem Weg ins Hinterland vom Rest der Truppe abgesondert und
war zu dem Punkt des Flusses, welcher das Vorgebirge des Hügellandes in zwei Hälften teilte,
gelangt, an dem Taika von dem unterirdischen Strom wieder ausgespuckt worden war. Dort hatten
alle bis auf Aradrion einen Wasseratmungstrank zu sich genommen, um mit seiner Hilfe auf diesem
Wege ebenfalls die Spitze der alten Festung zu erreichen. Sie waren die Trumpfkarte in ihrem Plan.
Während die Anderen Die Festung stürmten und Mari beschäftigten, sollten sie der Dolch in ihrem
Rücken sein, der sie endgültig zu Fall bringen würde. Eine Leise Stimme manifestierte sich in
Aradrions Geist. „Kannst du mich hören, Aradrion?“ „Aradrion, antworte mir!“ Taika bemerkte als
erster das etwas mit dem Druiden nicht stimmte. „Was ist los?“ fragte er, doch Aradrion hob nur
seine andere Hand mit einer Geste, die gebot ihn jetzt nicht anzusprechen. „ja, ich kann dich hören.“
„Wir haben große Probleme!“ „Mari hat uns am Zugang zu Festung, mit ihrer durch einen Zauber
verborgen Streitmacht, eine Falle gestellt.“ „Wir können nicht in Festung so lange wie uns ihre
Streitmacht angreift.“ „Wir sitzen hier in der falle!“ Mittlerweile schauten alle seine Begleiter in
Aradrions Gesicht, welches sich immer mehr verfinsterte. „Ihr müsst die Spitze so schnell wie möglich
erreichen und Mari direkt angreifen!“ „Wenn ihr es schafft sie genügend abzulenken wird sie ihre
Kreaturen nicht mehr effektiv steuern können, was unsere einzige Chance ist ihre Streitmacht zu
zerschlagen.“ „Mir ist bewusst was ich von euch verlange und ich würde es nicht tun, wenn es eine
andere Lösung gäbe.“ „Das weiß ich, wir werden euch nicht im Stich lassen!“ „Haltet durch!“
Aradrion schaute in die Runde der Gesichter die ihn fragend anblickten. „Was ich euch jetzt sage,
wird euch nicht gefallen…“

Mari betrachtete das Geschehen weit unter ihr mit tiefer Genugtuung. Es würde nicht lange dauern
bis ihre Schergen diese kümmerliche Linie durchbrochen hatten. Noch hatten sie Hoffnung, doch
schon bald würden sie merken dass es keine Rolle spielte wie viele Gegner sie töteten. Denn ihr
Vorrat an Kreaturen die sie ihnen entgegen werfen konnte war schier endlos. Früher oder später
würden sie einfach überrannt werden. Und sei es nur aus dem einfachen Grund dass sie vor
Erschöpfung vor Waffen nicht mehr heben konnten. Bei dem Gedanken daran entwich Mari ein
gehässiges Lachen.

Baphomet hatte sich erhoben und war nach vorne zu seinen Kameraden geeilt. Er signalisierte Scorn,
Schosana und Irfin, dass sie zu ihm kommen mögen. Sobald der Kampf es zugelassen hatte waren die
drei zu ihrem Anführer gelaufen. Baphomet erzählte ihnen von seiner Kommunikation mit Aradrion
und wie die neue Taktik nun aussah. Sie waren nun auf den Erfolg der Mission ihrer Freunde
angewiesen. Es würde keine Hilfe kommen, es würde kein zweites Wunder geschehen! Sie mussten
die Sache hier und jetzt zu einem Ende bringen. Und alles was sie tun konnten um das zu erreichen,
war so lange wie möglich die Stellung zu halten ohne sich dabei völlig zu verausgaben. Um dann im
richtigen Moment zuschlagen zu können. Scorn, Schosana und Irfin kehrten in ihre Abschnitte zurück
und gaben neue Anweisungen an ihre Truppe. Der Boden unter den Füßen der Kämpfer war bereits
aufgeweicht und Schlammig vom Blut der getöteten Kreaturen. Sie mussten sich vorsehen um nicht
auszurutschen, über abgetrennte Körperteile zu stolpern oder sich nicht in den, aus aufgeschlitzten
Körpern herausquellenden Gedärmen, zu verheddern. Die neuen Anweisungen waren eindeutig
gewesen. Es ging hier nicht mehr darum so viele Feinde zu töten wie möglich. Die Priorität lag darauf
Kräfte zu sparen, möglichst keine Verluste hinzunehmen und vor allem Zeit zu gewinnen. Da sie sich
nun auf die Defensive konzentrierten konnten sie die Intervalle, in denen die Kämpfer der ersten
Reihe ausgetauscht werden mussten, deutlich verlängern. Während die Magier sich darauf
konzentrierten die Frontlinie mit Massenkontrolle der Feinde zu entlasten und mithilfe von Schilden
aus arkaner Magie Schaden von ihnen abzuwenden. Dies wiederum ermöglichte es den Priestern und
Druiden Kräfte zu sparen und sich intensiver um die Verwundeten zu kümmern. So würden sie dem
Feind deutlich länger standhalten können. Die Frage war nur, war es lange genug.
Mari verfolgte noch immer, von der Spitze ihrer Festung, das Geschehen was sich unterhalb
abspielte. Allerdings war sie bei weitem nicht so vergnügt wie zu Beginn der Schlacht. Sie war äußerst
unzufrieden mit dem Fortschritt den ihre Truppen vorzeigen konnten. Sie hatten kaum einen Meter
Boden gutgemacht seit Beginn des Kampfes. Wie konnte es sein, dass dieser lächerliche Haufen ihrer
Streitmacht solange widerstand. Allmählich kam wieder dieser unbändige Zorn in ihr auf und sie
wollte es jetzt zu Ende bringen. Jetzt würde sie ihnen den Todesstoß verpassen und konzentrierte
sich mit aller Macht darauf dass die Kreaturen ihrer Armee noch wilder angriffen. Dadurch blieb ihr
verborgen wie in einem der Tümpel hinter ihr sechs Gesichter die Wasseroberfläche sehr langsam
und lautlos durchbrachen.
Aradrion hatte seine Freunde, so schnell es ihm möglich war, einen nach dem anderen in den Tümpel
oben auf der Tempelfestung gebracht. Jetzt wo sie alle zusammen waren wagten sie einen ersten
Blick über Wasser. Sie sahen das Mari, gehüllt in einen roten Schein, über dem Altar schwebte und
sich auf die Schlacht am Fuße der Festung konzentrierte. Sie sahen sich alle gegenseitig an, und sie
wussten was jeder von ihnen gern ausgesprochen hätte. Bis jetzt waren sie unbemerkt geblieben.
Doch dies musste sich, auch das wussten sie, nun schnell ändern. Sie verließen den Tümpel so lautlos
wie es ihnen möglich war. Jetzt musste alles ganz schnell gehen damit sie das Überraschungsmoment
auf ihrer Seite hatten. Taika nutzte seine Fähigkeit zur Verstohlenheit und verschmolz förmlich mit
Seiner Umgebung. Aradrion und Ellyzsar blieben etwas im Hintergrund in der Nähe des Tümpels,
während Uriens, Mawerip und Mechthild sich langsam hinter Mari in Position brachten, wobei sie
Darauf achteten nicht mit dem Leichenpfhul in Berührung zu kommen der den Altar umgab. Dann
war der Moment gekommen. Uriens holte tief Luft, richtete seinen Blick nach oben zu Mari und
brüllte „Hey du dreckiges Miststück!“ „Kennst du mich noch?“ zu ihr hinauf. Seinen Worten folgte
unmittelbar ein magischer weiß und blau leuchtender Bolzen. Er blickte instinktiv zu Mawerip
herüber, der etwas voreilig mit dem Einsatz seiner Magie begonnen hatte. Mari traute ihren Ohren
nicht. Wie konnte es sein dass sie diese Stimme hier oben hörte. Sie fuhr herum um sich über den
Ursprung der Stimme zu vergewissern. Doch in dem Moment als sie sich umdrehte explodierte etwas
von ihrem Gesicht und nahm ihr für einen kurzen Augenblick die Sicht, auch wenn ihr magischer
Schild sie vor den Auswirkungen des Einschlages geschützt hatte. Einen Wimpernschlag später hatte
sie Gewissheit. Einige dieser Maden hatten es tatsächlich geschafft zu ihr durchzukommen. „Wie
habt ihr...“ „Ach das spielt sowieso keine Rolle mehr“ Unterbrach sie sich selbst. Ihr werdet genauso
sterben wie eure Freunde unten am Fuße der Festung. „Achja, dann lass mal sehen was du kannst
Schlampe!“ Schrie Uriens mit einer Geste dass sie zu Ihm kommen sollte. „Ich werde deine Seele
fressen“ „Hol sie dir!“ Antwortete er wobei er sich kampfbereit machte. Mari schoss auf ihn zu,
stoppte aber auf der Hälfte des Weges um ihm einen Hagel aus schwarzen Kristallsplittern entgegen
zu schicken. Er riss das Schild hoch und versuchte so viel wie möglich seines Körpers dahinter zu
schützen. Der größte Teil der Kristallsplitter zerbarst an seinem Schild, einige blieben stecken, andere
sausten an ihm vorbei und einige wenige trafen seine Rüstung an Stellen die nicht durch das Schild
geschützt waren. Dank Mechthilds Segen waren sie jedoch nicht in der Lage gewesen sein Rüstung zu
durchdringen. Er nickte dankbar hinter seinem Schild in Mechthilds Richtung. „War das schon alles?“
Fragte Uriens lachend als er wieder hinter seinem Schild hervorkam. Mari war rasend vor Wut. Wie
konnte er es wagen sie so zu verspotten. Sie stürzte weiter auf ihn zu, während sie mit ihrem Stab zu
einem gewaltigen Hieb ausholte. Er wich einige Schritte zurück und parierte den Hieb mit seinem
Schwert. Die Wucht der Attacke hatte ihm beinahe das Schwert aus der Hand geschlagen.“ Nicht
schlecht, aber das kannst doch bestimmt noch besser.“ Keuchte er nach der schweren Attacke und
wich wieder einige Schritte zurück. Mari folgte ihm und machte sich bereits ihren nächsten Schlag.
Doch bevor sie ihn ausführen konnte schrie Uriens „JETZT!!!!“ Aradrion, Ellyzsra und Taika griffen
nun, da Mari nicht mehr über dem Leichenpfuhl schwebte und einiger Abstand zwischen ihr und
diesem bestand, in den Kampf ein. Ellyzsra schleuderte ihr heiliges Feuer und Licht entgegen. Taika
löste sich aus den Schatten und tauchte hinter ihr mit gezogenen Waffen auf. Mechthild stürmte
seitlich mit erhobenem Hammer auf sie zu. Mawerip schickte einen Bolzen nach dem anderen los.
Nur Aradrion hielt sich zurück und beteiligte sich noch nicht am Kampfgeschehen. Er beobachtete
Lediglich mit seinem scharfen Blick was dort oben vor sich ging. Und es dauerte nicht lange, da fiel
ihm auf das der rote Schein, der Mari umgab sehr viel schwächer geworden war seitdem unzählige
Angriffe von ihrem magischen Schild absorbiert werden mussten. Er betete zu den Göttern das es
genau das bedeutete was sie alle hofften. Er schrie seine Freunde an „Macht weiter so, nicht
nachlassen!“ „Kein Rückzug!“ „Kein Aufgeben!“ und versuchte zeitgleich ihnen mit seinen
Unterstützungszaubern unter die Arme zu greifen. Aber ihm war klar dass sie diesen Kampf nicht
lange durchhalten konnten. Ihre Freunde mussten sich jetzt beeilen.

Die Schlacht tobte nun schon eine ganze Weile und die Intensität und Agressivität mit der ihnen der
Feind zusetzte hatte sich drastisch erhöht. Schildbart musste mit ansehen wie Philomenae von einem
gewaltigen Steinelementar mit voller Wucht getroffen wurde. Sein Körper wurde durch die Gewalt
des Schlages regelrecht zu einem feinen Blutnebel zerstäubt. Wildwinder wurde brutal zerrissen als
er auf dem glitschigen Boden ausrutschte und sich die Horden auf ihn gestürzt hatten. Doch gerade
in dem Moment als es schien das sie dem Ansturm der Feinde nicht länger standhalten konnten,
passierte etwas. Die Wucht der Angriffe ließ etwas nach und in den Augen der Feinde schien so
etwas wie Zweifel aufzuflackern. Als wäre ein Teil ihres Kontrollierten Geistes plötzlich wieder frei.
Scorn, Schosana und Irfin tauschten Blicke aus, denn jeder der drei erfahrenen Schlachtenlenker
hatte diese Veränderung sofort bemerkt. Dann ging ihr Blick zu Baphomet. Der Hexer schaute zur
Spitze der Festung hinauf. Auch er hatte diese Veränderung sofort wahrgenommen und seine
Aufmerksamkeit hatte sich sofort auf die Spitze der Festung gerichtet wo Ihre Freunde versuchten
ihre Mission zu erfüllen. Der rote Schein… ging im durch den Kopf. Er ist schwächer geworden. Wenn
es das bedeutete was er hoffte, hatte die entscheidende Phase ihres Planes begonnen. Er schaute zu
den dreien und signalisierte ihnen mit einer Geste seiner rechten Hand das die Zeit noch nicht
gekommen sei. Dann richtete sich sein Blick wieder nach oben.

Sein ganzer Körper war eine Symphonie aus Schmerz. Mari´s immer heftiger werdenden Attacken
hatten deutliche Spuren hinterlassen. Der letzte Hieb hatte seinen Schild mit solch einer Wucht
getroffen das es ihn beinahe von den Beinen geholt hätte. Blut quoll aus seinem Mund, aber er stand
noch. Und das war die Haupsache. Zu verdanken hatte er dies den heilenden Kräften von Ellyzsra
ohne die er schon längst zu Boden gegangen wäre. Er richtete sich aus seiner leicht gebeugten
Haltung auf und blickte wieder in Mari´s hasserfüllte Fratze. Dann begann er zu lachen, zuerst leise
und unmerklich, dann immer lauter bis ein schallendes Lachen zu hören war. Warum er lachte
wusste er nicht, vielleicht um den Schmerz erträglicher zu machen. Bei Mari hatte sein Lachen jedoch
eine drastische Reaktion zur Folge. Jetzt rasend vor Wut rückte alles andere, außer dem Verlangen
das Lachen zum Verstummen zu bringen, in den Hintergrund. Mit einem gellenden und hasserfüllten
Schrei umfasste Mari ihren Stab fest mit beiden Händen und richtete ihn auf Uriens. Gewaltige
Energiemengen strömten aus dem Leichensumpf durch Mari und Kanalisierten sich an der auf Uriens
gerichteten Spitze des Stabes. Dann schien die Stabspitze zu explodieren und ein Strahl aus
gleißender Energie schoss auf Uriens zu. Er hob seinen Schild und war bereit sich mit all seiner Kraft
gegen den Einschlag zu stemmen. Die kinetische Energie des Strahls war unfassbar stark. Sie schob
ihn Einfach nach hinten. Und dann explodierte der Schild, welcher diese ungeheuren Energiemengen
nicht länger absorbieren konnte, und er wurde einige Meter zurückgeschleudert wo er unsanft gegen
harten Fels prallte. Aradrion hatte sofort gemerkt das dieser Angriff Mari sehr viel Kraft gekostet
hatte. Der rote Schein war erloschen und auch ihre magische Barriere strahlte bei weitem nicht mehr
so hell und kräftig wie noch zuvor. Sie hatten ihr Ziel erreicht. Aber das hatte sie so gut wie alles
gekostet was ihre kleine Gruppe aufzubieten hatte.

Baphomet beobachtete weiter die Spitze von Jintha‘ Alor und versuchte aus dem was er sah zu
deuten wann die Zeit gekommen war. Dann wurde der rote Schein schwächer bis er schließlich ganz
verschwunden war. Plötzlich herrschte eine gespenstische Stille und die Spitze der Festung war in
undurchdringliche Finsternis gehüllt. Die eben noch geeinten Kreaturen von Mari´s Streitmacht
hatten innegehalten in ihren Angriffen. Sie schienen verwirrt. Als ob sie nicht wüssten was hier
vorgeht und warum sie überhaupt hier sind. Das muss der Moment sein, dachte Baphomet. Aber wie
sollte er sich sicher sein? Sie hatten nur eine einzige Chance. Er konnte kein Risiko eingehen, jedoch
auch nicht ewig warten. Scorn, Schosana und Irfin blickten immer wieder fragend zu ihm herüber,
aber er wich ihnen aus indem er weiterhin zur Spitze blickte um noch einige Augenblicke zu
gewinnen bevor eine Entscheidung treffen musste. Niemand wusste was dort oben tatsächlich
vorging, und er Konnte keinen des kleinen Trupps, welcher ohne Zweifel um sein Überleben Kämpfte,
mental erreichen. Es war nun schon fast eine Minute vergangen seit der Schein erloschen war und
die Spitze in völliger Dunkelheit lag. Mari´s Truppen schienen die Verwirrung langsam abzuschütteln.
Baphomets Augen starrten in die schwarze Leere und er fühlte die fragenden Blicke der drei
Truppenführer in seinem Rücken als er von einem gleißenden Strahl aus Licht, der senkrecht aus dem
Himmel die Finsternis durchschnitt, fast geblendet wurde. Er kniff die Augen zusammen und dann
begriff er… Mondfeuer!! Das war Mondfeuer! Aradrion hatte es geschafft ihnen ein Signal gegeben.
Sein Kopf fuhr schlagartig herum, gefolgt vom Rest seines Körpers. Er sah in die Augen vieler seiner
Freunde und Kameraden, in denen sich das gleißende Mondfeuer spiegelte, das fast wie ein
göttliches Zeichen erschienen war. Und er sah neuen Mut, Hoffnung und Entschlossenheit in ihren
Gesichtern aufkeimen. „JETZT!!“ schrie Baphomet und nickte gleichzeitig Scorn, Schosana und Irfin
zu. Das ließen sich die Drei nicht zweimal sagen nachdem sie schier endlos auf diesen Augenblick
gewartet hatten. Sofort gaben sie neue Anweisungen an ihre Truppen. Die bis zu diesem Zeitpunkt
völlig auf Verteidigung und Einsparung von Kräften ausgelegte Haltung der Überschaubaren Anzahl
an Kämpfern, welche sich seit geraumer Zeit einer erdrückenden Übermacht entgegenstellte,
änderte sich schlagartig. Die vorderste Reihe der schwer gepanzerten und mit großen Schilden
ausgerüsteten Kämpfer brach auf, so dass in fast regelmäßigen Abständen Lücken entstanden. Durch
diese stürmten die mit großen Zweihändern bewaffneten Kämpfer, welche mit den gewaltigen
Schwüngen ihrer Waffen die Feinde einfach fällten als wären es abgestorbene Bäume. Knochen
brachen und splitterten wenn der unnachgiebige Stahl mit ihnen in Berührung kam. Und schon nach
kurzer Zeit gab es eine kleine Lichtung vor ihrer Verteidigungslinie. Das war das Signal für die nächste
Welle. Eine Horde aus bis an Zähne mit Äxten, Schwertern, Dolchen und Streitkolben bewaffneter
Berserker, in jeder Hand eine dieser absolut tödlichen Waffen, stürmte nach vorne und schwappte
wie eine Welle aus Tod und Verderben über den Feind. Schurken tauchten plötzlich wie aus dem
nichts hinter oder vor ihren Gegnern auf und weideten sie augenblicklich aus oder durchtrennten
Arterien so dass, das Leben die Körper ebenso schnell verließ wie ihr Blut. Es waren erst einige
Minuten vergangen seit sie in die Offensive gegangen waren und sie hatten schon einen
beträchtlichen Teil von Mari´s Streitmacht ausgelöscht. Baphomets Blick wanderte jedoch wieder
hoch zur Spitze. Und er sah dass sich wieder ein Hauch von Rot mit der Dunkelheit vermischte. Ihnen
lief die Zeit davon. Er musste nun alles auf eine Karte setzen. ALLES oder NICHTS! Er gab den
Hexenmeistern und Magiern Anweisung aktiv in den Kampf einzugreifen. Die Zauberkundigen,
welche bis jetzt nur darauf bedacht gewesen waren ihre Kameraden mit magischen Barrieren und
Schilden zu schützen oder die Gegner für einige Zeit mit ihrer Magie aus dem Kampf zu nehmen,
begannen nun damit gewaltige Zauber zu kanalisieren. Dann regnete es Feuer und Eis auf die
verbliebenden Truppen des Feindes. Körper verbrannten augenblicklich zu Asche oder erstarten zu
Eissäulen, welche in tausende kleine glänzende Splitter zersprangen, sobald sie von einer Waffe
getroffen wurden. Einige Magier teleportierten sich, geschützt durch magische Barrieren, mitten
unter die Feinde und beendeten unzählige Existenzen durch gewaltige arkane Explosionen. In
kürzester Zeit hatten sie es geschafft die Feindlichen Streitkräfte so zu dezimieren dass das
Kräfteverhältnis beinahe ausgeglichen war. Teilweise hatten sich die Kreaturen auch selbst
zerfleischt, nachdem ihre Gedanken von Mari´s Kontrolle befreit waren. Baphomet schaute wieder
nach oben. Der Rote Schein versuchte immer wieder stärker zu werden, doch irgendetwas schien ihn
daran zu hindern. Sie waren noch immer da oben, dachte er. Das war die einzige Erklärung, die
einzige Erklärung die er gelten ließ. Und sie kämpften dort oben, nicht um zu gewinnen, nicht um zu
überleben… Sie erkauften die Zeit die nötig war bis er und alle anderen, die noch lebten, die Spitze
erreicht haben würden um der Kreatur die Rechnung zu präsentieren und sie für alles doppelt und
dreifach bezahlen zu lassen. Eine Kleine Nachhut blieb am Fuße der Festung zurück um ihnen den
Rücken zu decken. Der Rest brannte sich mit Fackeln und magischem Feuer den Weg zu Spitze frei so
schnell es ihnen möglich war, in der Hoffnung noch rechtzeitig für ihre Kameraden da zu sein.
Völlig außer sich vor Hass und auch Zorn darüber das sie noch nicht über ihre vollen Kräfte verfügte
hatte Mari sich zu diesem Angriff auf Uriens hinreißen lassen. Es hatte sie enorme Kraft gekostet.
Beinahe mehr als der Leichenpfuhl geben konnte. Doch dieser Anflug von Selbstkritik war wie
weggeblasen als sie das Ergebnis sah. Dieser Arrogante Wurm lag bewegungslos von der Felswand
gegen die er geprallt war. Ein zufriedenes Grinsen machte sich in ihrer Fratze breit. Doch da erklang
auch schon ein Schrei der seitlich auf sie zu zukommen schien.

Mechthild stürmte mit ihrem mächtigen Hammer, den sie hoch über ihrem Kopf hielt, bereit
zuzuschlagen, der Kreatur entgegen. Taika versuchte sich so in Position zu bringen das er hinter ihr
sein würde wenn sie versuchte Mechthilds Attacke abzuwehren. Mechthild hatte sie beinahe
erreicht, als die von ihr erwartete Abwehr erfolgte. Ein Energieblitz schoss ihr entgegen, dem sie aber
gekonnt mit einem Schritt zur Seite auswich um sich dann mit aller Kraft abzustoßen. Die Zwergin
flog kurz durch die Luft und ließ dann ihren Hammer mit aller Macht auf Mari herabsausen. In dem
Moment als der Hammerkopf Mari´s Schild berührte ertönte ein dunkles Grollen und heiliges Licht
strahlte von der Waffe ab. Dieser ungeheuren Wucht und Energie hatte Mari´s geschwächter Schild
nichts mehr entgegen zu setzen und kollabierte. Doch davon sichtlich unbeeindruckt holte Mari mit
ihrem Stab aus und traf die überraschte Mechthild hart in die Seite. Auf diesen Augenblick hatte
Taika gewartet und spekuliert. Seine Dolche rasten immer wieder mit unglaublicher Geschwindigkeit
auf den Körper der Kreatur zu. Doch scheinbar hatte auch Sie auf einen solchen Angriff spekuliert
und schien sie mühelos, ja fast spielerisch mit ihrem Stab zu parieren. Taika überlegte für den
Bruchteil einer Sekunde. Dann stoppte er, grade lange genug das es sein Gegner realisieren konnte,
seine Angriffe. Nur um sie dann sofort wieder aufzunehmen. Mit dieser alten Finte hatte er schon so
manchen Gegner mit guter Verteidigung geknackt. Und tatsächlich gelang es ihm auch dieses Mal.
Einer seiner Dolche bohrte sich tief in den Bauch der Kreatur. Doch nahm ihm das gleichzeitig die
Möglichkeit den Hieb abzuwehren der ihn einige Meter nach hinter warf. „ES REICHT!!“ schrie Mari.
„Ich verschwende meine Zeit mit euch Würmern.“ „Jetzt ist es an euch endlich zu sterben!“ Da hörte
sie plötzlich wieder diese gehasste stimme. „Hey Miststück! … Wir sind noch nicht fertig.“ Sie drehte
den Kopf und sah das Uriens einen Arm gehoben hatte und ihr deutete zu ihm zu kommen. „Warum
stirbst du nicht einfach du verfluchter Bastard?!“ Kreischte Mari. Dabei sah sie wie Aradrion
versuchte zu Taika zu gelangen und Ellyzsra ihrerseits probierte Uriens zu erreichen. „Nein! Nein!
Nein!“ „So nicht ihr verfluchten Plagegeister!“ Mari beugte sich, von Taikas Treffer scheinbar wenig
beeindruckt, nach vorne und zog ihre Arme dabei vor ihrer Brust zusammen. So verharrte sie einige
Augenblicke als kanalisiere sie ihre Kräfte. Aradrion und Ellyzsra hatten ihre Ziele noch nicht erreicht
als sie sich in einer schnellen Bewegung aufrichtete und die Arme seitlich ausstreckte. Mawerip, der
alles, und besonders Mari, aufmerksam beobachtet hatte während er seine magische Energie wieder
aufbaute, handelte mehr instinktiv als vorsätzlich. Er war in dem Moment aufgesprungen als sein
Unterbewusstsein registrierte was Mari im Begriff war zu tun. Seine Hände beschrieben in nie da
gewesener Geschwindigkeit magische Symbole in der Luft. Mari steckte ihren Körper in einer
schnellen rückartigen Bewegung. Vor ihrem geistigen Auge konnte sie schon sehen wie die gewaltige,
von ihr ausgehende Energiewelle diese minderwertigen Kreaturen zu Asche verwandeln und
endgültig auslöschen würde. Doch als sie die Bewegung beendet hatte passierte nicht das, was sie
erwartet hatte. Die Druckwelle holte diejenigen ihrer Feinde von den Beinen, welche noch standen.
Aber mehr nicht. Es herrschte eine kurze, unheimliche Stille. Mawerip´s Gegenzauber hatte Mari
nicht an der Ausführung hindern können, aber die Auswirkungen extrem abgeschwächt. Er wusste
nicht wieso, aber Mawerip fing lauthals an zu lachen und schrie dabei „Ich hoffe das hat dich eine
Menge Kraft gekostet hat, du elende Missgeburt!“ „Wenn ihr glaubt das euch das gerettet hat und
eure Freunde euch zur Hilfe kommen muss ich euch leider enttäuschen!“ fauchte Mari. „Ihr werdet
hier oben sterben und meinen Leichenpfuhl speisen!“
„Da wäre ich mir nicht so sicher!“ tönte es plötzlich. Dann füllten sich die beiden Zugänge zum
Altarplatz…Die Letzte Bastion formierte sich, angeführt von Scorn, zur finalen Auseinandersetzung
mit ihrem alten Feind.

„Du solltest dein dreckiges Zwergenmaul nicht so weit aufreißen!“ „Auch wenn ihr es bis Hierher
geschaft habt, seid ihr doch NICHTS verglichen mit meiner Macht!“ „Und ihr werdet dabei zusehen
wie eure Freunde sterben bevor ich mich um euch kümmere!“ schrie Mari und riss ihren Stab nach
oben und streckte dessen Spitze in den schwarzen Nachthimmel, von der sich augenblicklich eine
halbkugelförmige Energiebarriere über dem Altarplatz aufbaute. Der weg zu Ihren Freunden und zu
Mari war versperrt. Mari´s hasserfülltes Lachen dröhnte in ihren Ohren.

Aradrion und Ellyzsra hatten sich wieder aufgerappelt und die Situation genutzt um Taika und Uriens
zu erreichen und ihnen mit ihrer heilenden Magie zu helfen. Die Erleichterung und Freude über den
Anblick ihrer Freunde und die Tatsache das sie endlich da waren endetet zeitgleich mit dem
erscheinen der Barriere. Ihre Freunde waren endlich da, dennoch waren sie noch immer auf sich
allein gestellt. Mechthild hatte es wieder auf ihre stämmigen Beine geschafft. Den Schmerzen nach
musste der Treffer ihr einige Rippen gebrochen haben. Sie bückte sich und ihre Hand griff nach ihrem
Hammer, der vor ihr auf dem Boden lag. Da bemerkte sie das Mari sich wieder über den Leichenpfuhl
bewegt hatte. „Passt auf! Sie versucht ihre Kräfte zu erneuern!“ „Wir müssen sie davon abhalten
Mawerip!“ Sie begann auf Mari zuzugehen. „Wir können Sie nicht davon abhalten die Kraft aus dem
Leichenpfuhl zu ziehen“ rief Mawerip zurück. „Stimmt, das können wir wahrscheinlich nicht“ sprach
Mechthild mehr zu sich selbst als zu Mawerip. Dann schoss ihr der vielleicht rettende Gedanke durch
den Kopf. „Der Pfuhl!!!“ brüllte sie. „DU musst den Pfuhl einfrieren Mawerip!!“ Mawerip stockte…
Dann begriff er was Mechthilds Idee war. Wenn sie den Empfänger nicht aufhalten konnten, würden
sie einfach die Quelle versiegen lassen. Das war zumindest ihre Hoffnung, die einzige Hoffnung.
Sofort begann Mawerip seine Kräfte zu kanalisieren. „Zu dumm das du auch mir euren Plan offenbart
hast Zwergenhure“ sagte Mari mit einem siegessicheren Lächeln auf den Lippen und drehte sich zu
Mawerip. „Du wirst ihn nicht anrühren du Ausgeburt der Finsternis“ schrie Mechthild und
schleuderte Mari ihren Hammer mit aller Kraft entgegen. Der Hammer sauste auf Mari zu, die ihren
Angriff auf den Magier abbrechen musste, um ihren Stab zur Abwehr nutzen zu können. Die Wucht
des Aufpralls ließ Mari etwas zurückweichen und ein Geräusch, als wenn ein gigantischer
Schmiedehammer auf einen ebenso großen Amboss trifft, erfüllte die Umgebung. Es bildeten sich
erste Eiskristalle in der Luft, welche begannen auf den Leichenpfuhl niederzuregnen. Der Bereich ist
viel zu klein dachte Mawerip. Ich muss den ganzen Pfuhl erreichen. Mit diesem Gedanken spannte
sich jeder Muskel in seinem Körper und er kniff die Augen vor Anstrengung zusammen. Er legte alles
in den Zauber was er hatte. Und der Bereich wurde größer. „HAHAHAHA“ lachte Mari. „Und jetzt du
dummer Zwerg, was jetzt ohne deine Waffe?“ „JETZT, wirst du büßen elende Kreatur!“ Mechthild
blieb kurz vor Mari stehen und streckte ihre rechte Hand aus in Richtung Mari. Heiliges Licht flammte
um ihre Hand auf und Mari schien wie benommen in ihren Bewegungen zu erstarren. „LOS
Mawerip!!“ quetschte sie heraus. Doch der Magier konnte sie nicht hören. Seine Konzentration auf
den Zauber schien endlos, genauso wie die dafür nötige Anstrengung. Mawerip war bereits von einer
leichten Schicht Raureif bedeckt und ein kleiner Blutstrom rann aus einem seiner Nasenlöcher, der
aber an seiner Lippe schon zu einem Blutkristall gefror. Der Bereich des beschworenen Blizzards
ersteckte sich nun über die gesamte Fläche des Leichenpfuhls. Immer mehr und größere Eiskristalle
schlugen auf dessen Oberfläche ein und ließen ihn immer mehr zu einer festen, steinharten Masse
werden. Mawerip wollte lächeln, aber er konnte es nicht.

Scorn hatte den Befehl erteilt das sich alle um die Barriere verteilen sollten. Die Nahkämfer sollten
nach Schwachstellen oder Schlupflöchern suchen während die Magiebegabten und Fernkämfer die
Barriere mit allem verfügbaren eindecken sollten. Sie kamen nicht umhin mit anzusehen was sich im
inneren der Halbkugel abspielte. Wie ihre Freunde um ihr Überleben kämpften, aber dabei das
eigentliche Ziel nie aus den Augen verloren. Sie sahen wie Mechthild vor Erschöpfung auf die Knie
sank und das heilige Licht langsam erlosch. Sie sahen wie der Blizzard abebbte und Mawerip zu
Boden fiel. Aber sie sahen auch das Aradrion und Ellyzsra es geschafft hatten Taika und Uriens zu
versorgen.

Mari hatte sich aus dem schmerzhaften Griff des Paladins befreien können, welcher nun völlig fertig
und wehrlos vor ihr kniete. Dann bemerkte sie den Zustand des Leichenpfuhls. Ein kurzer Aufschrei,
dann blickte sie auf die Zwergenfrau. „Glaub nicht das euch das den Sieg bringen kann, ich habe noch
andere Möglichkeiten!“ Mit diesen Worten schossen auf jeder Seite ihres Oberkörpers 3 Tentakel in
Richtung der immer noch völlig wehrlosen Mechthild. Sie sah die Tentakel auf sich zu kommen,
konnte aber nichts dagegen tun. Sie sah wie sich durch ihre Rüstung bohrten und spürte wie sie in
ihren Körper eindrangen. „Ich werde meine Kraft mit deiner Essenz wieder stärken dummes
Zwergenweib. Und dein Opfer wird nicht nur umsonst gewesen sein, nein es wird auch den
Untergang deiner Freunde besiegeln!“

Scorn schrie vor Wut und drosch mit seiner Waffe auf die Barriere ein als er sehen musste was mit
Mechthild geschah. Die Tentakel hatten sie hochgehoben und schienen sie förmlich auszusaugen. Als
nur noch eine vertrocknete Hülle in der Rüstung steckte zerfetzten die Tentakel, begleitet von Mari´s
höllischem Lachen, die Überreste in tausend Stücke.

Taika und Uriens waren grade wieder auf den Beinen als sie den Tod ihrer Freundin mit ansehen
mussten. Sie blickten sich an, damit ringend nicht die Kontrolle über sich zu verlieren vor Wut und
Trauer. „Los geht’s“ sagte Aradrion. Uriens flankiert von Ellyzsra und Aradrion gingen langsam zum
etwas höher gelegenen Eingang der Höhle hinter dem Altar. „Das ist unsere letzte Chance“ sagte
Ellyzsra, nochmal bekomme ich dich nicht zusammengeflickt. „Hey möchtegern Hexe!“ rief Uriens.
„Zeit abzurechen, meinst du nicht?!“ „Ich werde deine Seele fressen!“ schrie Mari. „Hol sie Dir!“
antwortete Uriens und lief los. Die Aktivitäten um die Barriere Barriere kamen zum Erliegen. Alle
schauten in die Mitte. „Haltet euch bereit“ gab Scorn als Anweisung heraus. Wieder richtete Mari
ihren Stab auf Uriens und der Energiestrahl begann sich seinen Weg zu bahnen. Einen Schild hatte er
nicht mehr. Alles was er noch hatte war sein Schwert mit der breiten Klinge die von einem grünlichen
Schimmer umspielt wurde. Als er den Strahl auf sich zu rasen sah hob er das Schwert, den Griff in der
rechten Hand und die linke Hand kurz unter der Spitze, hielt er es waagerecht vor sich, wobei die
Breitseite nach vorne gerichtet war. Mehr konnte er nicht tun. Dann traf der Strahl auf die Klinge.
Dort wo sich Klinge und Strahl trafen entstand ein gleißendes Inferno aus Licht. Ein gewaltiger Ruck
war durch seinen Körper gefahren als der Strahl das Schwert getroffen hatte. Seine Bewegung wurde
ob der kinetischen Energie die dem Strahl innewohnte immer langsamer. Seine Arme zitterten. Aber
er hielt noch immer dagegen. Setzte immer noch einen Fuß vor den anderen. Seine Waffe hielt dem
Strahl stand. Immer wieder fanden kleine Energiefetzen den Weg vorbei an der klinge und trafen ihn.
Aradrion und Ellyzsra taten alles um ihn zu unterstützen. Doch schließlich war seine
Vorwärtsbewegung gestoppt und er kämpfte nur noch darum nicht zurück zu weichen. Sein Körper
brüllte „Stop“, aber sein Geist schrie „Niemals!“ Seine Füße begannen den Halt zu verlieren und
rutschten Zentimeter für Zentimeter zurück. Dann erlosch der Strahl plötzlich und Uriens fiel auf
Grund der nun fehlenden Gegenkraft völlig entkräftet nach vorne auf seine Knie. An den Stellen wo
ihn die Energiefetzen getroffen hatten stieg leichter Rauch auf der nach verbranntem Fleisch stank. Er
hatte es seinen Freunden zu verdanken dass er überhaupt noch in einem Stück war, das war ihm
bewusst. Uriens hob den Kopf und blickte zu Mari. Warum hatte sie aufgehört? Er sah, dass auch sie
Erschöpft war, auch wenn sie versuchte dies mit ihrem Gebaren zu verstecken. „Es gibt keinen Weg
auf dem ihr mich besiegen könnt!“
Uriens drehte suchend seinen Kopf und schließlich fand er Scorn auf der anderen Seite der Barriere.
Neben Ihm Standen Shosana und Ytsi. Als sich ihre Blicke trafen lächelte er und nickte fast
unmerklich. Scorn hatte verstanden. Der entscheidende Moment war gekommen. Er gab Zeichen das
sich alle auf den Angriff vorbereiten und zuschlagen sollten sobald sich die Möglichkeit bieten würde.
„Hast du mich verstanden Bastard? Ihr könnt nicht gewinnen!“ „Halt dein verdammtes Maul!“ Mit
diesen Worten schnellte Uriens hoch und rannte die letzten Meter auf Mari zu. Sie sahen von
draußen wie er auf die Kreatur zu stürmte, sich dann vom Boden abstieß und mit dem Schwert in
beiden Händen weit über seinem Kopf zu einem gewaltigen Schlag ausholte. Mari hob den Stab um
den Hieb zu parrieren. Doch das wäre gar nicht nötig gewesen. Mit Entsetzten in den Augen sahen
sie, wie ihm das Schwert aus den Händen glitt als er es über seinen Kopf Richtung Mari schwang. Er
prallte hart mit der Brust gegen den von Mari zur Parade gehobenen Stab, prallte von dort zurück
und schlug auf dem Boden auf, während das Schwert rotierend über sie hinweg flog. Mari konnte
sich ein grausames, schadenfrohes Lachen nicht verkneifen. Nun konnte sie wirklich nichts mehr
aufhalten. Scorn versuchte zu erfassen was hier passierte. Irgendetwas stimmte nicht. Uriens würde
einen solchen Angriff nicht durchführen wenn er sich nicht absolut sicher wäre das… Das Schwert!!
Das war es was nicht stimmte. Es war viel zu langsam für die Wucht dieses Angriffs. Es hätte
dutzende Meter weit fliegen müssen. Aber stattdessen senkte es sich bereits kurz hinter Mari dem
Boden entgegen. Das wiederum bedeutete das Uriens das Schwert mit Absicht verloren hatte. Die
Hoffnung war wieder da. „Macht euch bereit!“ donnerte es aus Scorns Kehle. Mari schaute sich
irritiert um. Bereit machen wofür ihr Schwachköpfe…für euren Tod? Dachte sie. Dann schaute sie
wieder zu Uriens, der sich wieder auf die Füße gekämpft hatte und sie anlachte. „Hast du den
Verstand verloren oder warum lachst du im Augenblick deiner Vernichtung?“ „Weil es immer einen
Weg gibt, Schlampe!!“

Scorn hatte Recht. Wenige Augenblicke bevor das Schwert unmittelbar hinter
Mari den Boden berührte stoppte es wie von Geisterhand. Aber es war natürliche kein Geist, kein
richtiger, dessen hand nun das Schwert hielt. Es war Taika. Und er zögerte keinen Augenblick und
rammte die Klinge in Ihren Rücken. Ein Schmatzen und Knacken war zu hören als sich die Waffe ihren
Weg durch Mari´s Körper fraß. Kurz bevor die Parrierstange den Rücken erreichte hielt er inne,
packte die Parrierstange links und rechts und drehte mit aller Kraft die Klinge in Mari´s Körper. Er
wurde mit brechenden Knochen, schwarzem Blut und gurgelnden lauten für seine Mühen belohnt.
Mari sackte in sich zusammen, nur um sich dann wieder mit wildem Gebrüll aufzubäumen. Sie drehte
sich und packte den noch hinter ihr stehenden Taika und schleuderte ihn weg. Aber der Schaden war
angerichtet. Die Klinge in ihrem Körper verursachte brennende Schmerzen. Dennoch drehte sie sich
wieder zu Uriens um ihn endlich mit einem finalen Schlag zu erledigen. Sie hob den Stab hoch in
die Luft und ließ ihn mit voller Wucht auf Uriens herniedersausen. Ihr Ziel war nicht in der Lage
diesem Angriff auszuweichen, das wusste sie. Ein Gefühl der Befriedigung machte sich in ihr breit.
Der Stab war nur noch ein Augenzwinkern von seinem Ziel entfernt, dann würde er durch Haut,
Fleisch und Knochen gleiten wie glühender Stahl durch Wachs. JETZT!... Doch anstelle von Uriens traf
ihr Stab auf etwas das er nicht zu durchdringen vermochte. Scorn hatte es im letzten Augenblick
geschafft seinen Schild zwischen Uriens und den Stab zu bringen. Die Energie des Aufpralls lies ihn
gegen Uriens stoßen und beide gingen zu Boden. In dem Moment als Mari Schwäche gezeigt hatte
war die Barriere genauso schnell zusammengebrochen wie sie entstanden war und Scorn war ohne
Zeitverzögerung losgerannt. „Los los los“ rief Schosana zu Baphomet, der daraufhin die anderen
Hexer koordinierte die richtigen Positionen einzunehmen damit sie beginnen konnten.
Währenddessen holte Mari zu einem weiteren Hieb aus und zielte auf die beiden am Boden
liegenden Krieger. Wen sie traf war ihr in ihrem Wahn mittlerweile egal, wenn nur einer sterben
würde. Doch auch dieser Angriff erreichte sein Ziel nicht. Terbutan hatte sich ihr in den Weg gestellt
und die Attacke geblockt. Sein Schild zeigte einen breiten Riss und er fühlte das sein Schildarm
gebrochen war. Nichtsdestotrotz hielt er, vor seinen Freunden kniend seinen Schild weiter oben um
sie zu schützen. Doch es gab keinen weiteren Angriff. Die Letzte Bastion hatte damit begonnen einen
wahrhaftigen Sturm der Vernichtung auf Mari niedergehen zu lassen. Feuerbälle, Eisbolzen, Arkane
Geschosse, Thoriumpfeile und Kugeln und Heiliges Feuer prasselten auf Mari ein und richteten
verheerenden Schaden an ihrem Körper an. Davon losgelöst hatten die Hexer unter Baphomets
Anleitung mit dem Bannritual begonnen, das die entscheidende Komponente in ihrem Plan war. „Ihr
Narren könnt mich nicht töten, Ich bin unsterblich!“ rief Mari unter den Einschlägen, die Ihrem
Körper immer weiter zusetzten. Scorn schaute zu Baphomet und dieser gab ihm zu verstehen das es
vollbracht war. „Jetzt wirst du sterben Miststück!“ lachte Uriens und Scorn schrie „Es ist so weit, gebt
ihr den Rest!“ Die Hexer, bis auf Baphomet, verließen ihre Positionen und begannen ebenfalls damit
ihre tödlichen Zauber auf Mari zu wirken. „Spürst du wie der Tod näher kommt Kreatur?“ fragte
Uriens. „Das…das ist nicht möglich…ich kann diesen Körper nicht verlassen“ „Was habt ihr getan?“
schrie sie mit Panischer Stimme. „Wir haben dich an diesen Körper gebunden.“ „Wird der Körper
zerstört, wirst auch du vernichtet“
Mari wand sich unter den wütenden Angriffen und sie musste all ihre verbliebende Kraft dafür
aufwenden ihren Körper zu erhalten. Aber ihre Kräfte waren beinahe erschöpft und schließlich
konnte sie sich den unzähligen Angriffen nicht mehr erwehren und ging zu Boden. Ihr Körper war ein
Wrack, welches nur noch durch die Reste ihrer unnatürlichen, bösen Macht zusammengehalten
wurde. Sie hatten es tatsächlich geschafft. Sie hatten ihren alten Feind am Boden. Sie standen in
einigem Abstand um sie herum. Auch Taika und Mawerip, der wieder aufgetaut war, schauten auf
den fast völlig zerstörten Körper, der vor ihnen lag. Allem Anschein nach versuchte die Kreatur noch
etwas zu sagen. Aber Ellyzsra trat vor und zerquetschte Mari´s Schädel mit dem Absatz ihres Stiefels.
Das spratzende Geräusch war das letzte was man von Mari hören sollte. Jegliches Leben war mit
dieser Aktion aus dem Körper gewichen. Es war vorbei.
Scorn schaute in die Gesichter der Runde und eines fehlte. Er drehte sich um und schaute an den Ort
wo Baphomet gestanden hatte. Er sah aber nur einen leblosen Körper dort liegen. Die anderen
folgten seinem Blick. Langsam gingen sie zu ihm herüber. Er war tot. Seine Augen aus den Höhlen
gebrannt starrte er in den Himmel. „Einer hat die Verbindung halten müssen um die Kreatur mit
absoluter Sicherheit an den Körper gebunden zu halten, das wusste er und wollte keinen Anderen
diesem Risiko aussetzten“ sagte Scorn.
Er wollte grade zu einem weiteren Satz ansetzen als plötzlich wieder diese warme Aura um sie zu
leuchten begann und sie alle eine Stimme vernahmen. „Ich danke euch vielmals, Azeroth dankt euch!
Ihr könnt nicht erahnen was ihr für diese Welt getan habt.“ „Niemals wird irgendjemand erfahren
was hier und heute in dieser Nacht geschehen ist. Was ihr für Opfer gebracht, welche Verluste ihr
erlitten und welche Leiden ihr durchlebt habt. Eure Erinnerung wird mit der Aufgehenden Sonne
schwinden und ihr könnt hier völlig frei von der last der Erinnerung neu anfangen. Und habt keine
Furcht, der Bund, der euch verbindet, wird alles überdauern. Mehr kann ich leider nicht für euch tun“
Dann erlosch die Aura.
Ein roter Streifen am Horizont kündigte den nahenden Sonnenaufgang an. „Ok, lasst uns hier alles
verbrennen“ sagt Scorn und trieb zur Eile an. Als er mit einer Fackel zu Mari´s Überresten über den
noch gefrorenen Leichenpfuhl ging blickte er plötzlich in ein bekanntes Gesicht, das ihn aus diesem
ansah. Zweifellos war es das von Ranthor von Texwall. Er grinste. So sehen wir uns also wieder. Dann
hielt er die Fackel an den Kadaver der einst Mari war und er ging in Flammen auf. Im selben Moment
geschah das gleiche mit dem Leichnam von Baphomet. Das Feuer breitete sich über den Leichenpfuhl
aus und begann ihn zu verzehren.
Sie versammelten sich, um gemeinsam den Sonnenaufgang in der Gewissheit zu genießen, dass er
ihnen all den Schmerz nehmen und ein neues Leben schenken würde.
"Du verstehst doch?! Wenn irgendwas passiert,irgend etwas, dein Fehler, mein Fehler, selbst wenn kein Fehler passiert.
Das macht nichts, ich leg dich sofort um! So einfach ist das! Egal was sonst noch passiert, egal wer sonst noch drauf geht, Dich leg ich auf jeden Fall um!!"

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